Flughafen Tempelhof

Bürgerinitiative stellt Alternativplan für Flüchtlinge vor

Der Berliner Senat will am Tempelhofer Feld Unterkünfte für Flüchtlinge bauen. Aktivisten präsentierten jetzt einen anderen Plan.

Das Vorfeld am ehemaligen Flughafen Tempelhof ist betoniert. Hier könnten Zelte oder Container errichtet werden

Das Vorfeld am ehemaligen Flughafen Tempelhof ist betoniert. Hier könnten Zelte oder Container errichtet werden

Foto: dpa

Am Dienstag befasst sich der Senat mit der geplanten Änderung des Tempelhof-Gesetzes. Vorgesehen ist, am Tempelhofer Damm und an der Neuköllner Seite zwei Baufelder zu nutzen, um dort temporäre Notunterkünfte aufzustellen. Die Rede ist dabei von Traglufthallen oder Containern.

Die Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“, die den erfolgreichen Volksentscheid für ein unbebautes Feld durchgesetzt hatte, zeigte sich irritiert über dieses Projekt. Bei einem Gespräch mit Senatsvertretern in der vergangenen Woche sei von der Neuköllner Seite noch nicht die Rede gewesen.

Auch aus den Koalitionsfraktionen wurde Skepsis laut, ob man das Volksgesetz nach knapp anderthalb Jahren schon wieder ändern solle. Zumal die Initiative selbst eine Alternative vorschlägt. Statt auf den per Gesetz geschützten Teilen der Grünfläche sollten Notunterkünfte lieber auf dem ohnehin betonierten Vorfeld errichtet werden. Dafür müsste das Tempelhof-Gesetz nicht geändert werden. Dort verlaufe ein großer Schmutzwasserkanal, so Planer Dirk Müller, der die Idee präsentierte.

Außerdem könnten mehrere Unterkünfte geschaffen werden, erklärten demnach Vertreter der Bürgerinitiative. Das Vorfeld des ehemalgen Airports ist mehr als 200 Hektar groß und verfügt über einen unterirdischen, begehbaren Regenwasserkanal. Dieser eignet sich nach Einschätzung der Initiative auch für die Abwasserentsorgung.

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