Innere Sicherheit

60 Hinweise: Anti-Terror-Einheit in Berlin gebildet

Auch die Berliner Bevölkerung ist nach den Anschlägen von Paris beunruhigt. Sie melden vermehrt verdächtige Menschen.

Berlin. In den zehn Tagen nach den Anschlägen in Paris sind mehr als 60 Hinweise aus der Berliner Bevölkerung zum Thema Terror bei der Polizei eingegangen. Zur genaueren Untersuchung der Hinweise wurde am Freitag ein eigenes Team von 70 Kriminalpolizisten gebildet. Angesiedelt ist es beim Staatsschutz der Polizei, der für politisch motivierte Taten zuständig ist. "Die Bevölkerung ist nach wie vor beunruhigt", sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss.

Bei den Hinweisen ging es um verdächtige Menschen, Autos oder andere Sachverhalte, wie der Sprecher der Polizei, Stefan Redlich, sagte. Bisher habe sich aber aus keinem Hinweis ein Verdacht auf eine konkrete Gefahr bestätigt. Am Wochenende gab es laut Kandt zum Beispiel eine Alarmierung wegen Autos mit belgischen Kennzeichen. Auch das habe sich aber als harmlos herausgestellt.

Zusätzlich melden weiterhin Berliner immer wieder verdächtige Gegenstände, die dann von Kriminaltechnikern untersucht werden. Normalerweise geht pro Tag im Durchschnitt ein derartiger Hinweis ein, in der vergangenen Woche waren es bis zu acht am Tag.

Kandt bekräftigte unterdessen seine Forderung nach verbesserter Ausrüstung der Polizei. Die Bewaffnung der Attentäter habe neue Dimensionen erreicht, sagte er. Daher gebe es Anlass, zum Beispiel beim Schutz der Polizisten nachzubessern.