Berlin-Trend

Berliner sind unzufrieden mit Senat, schätzen aber Müller

Berlin-Trend: Die AfD liegt bei neun Prozent. Der Regierende Bürgermeister Müller legt in der Wählergunst zu.

Michael Müller erfreut sich wachsender Beliebtheit

Michael Müller erfreut sich wachsender Beliebtheit

Foto: Krauthoefer

Die Berliner bewerten die Arbeit des Senats zunehmend negativ. 55 Prozent sind mit der Arbeit der Koalition aus SPD und CDU weniger oder gar nicht zufrieden. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im März. Sehr zufrieden oder zufrieden äußern sich 40 Prozent, vier Punkte weniger als im letzten Berlin-Trend der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau. In keinem Bundesland misst Infratest dimap derart schlechte Werte für eine Landesregierung. Intratest dimap befragte 1001 wahlberechtigte Berliner in der Zeit zwischen dem 12. und 16. November.

AfD im Osten Berlins stärker als im Westen

Die repräsentative Umfrage des Instituts weist zehn Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2016 auch politische Konsequenzen dieses wachsenden Gefühls der Unzufriedenheit aus. Die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) käme ins Abgeordnetenhaus, wenn am Sonntag gewählt würde. Neun Prozent der Berliner würden derzeit AfD wählen. Das wäre ein Plus von vier Punkten gegenüber März.

Im Ostteil der Stadt ist die AfD deutlich stärker als in den Westbezirken und kommt auf zwölf Prozent. Unter den Koalitionsparteien verliert vor allem die CDU. Sie kommt nur noch auf 23 Prozent, drei Punkte weniger als zuletzt. Das erste Mal seit vier Jahren fällt die Union damit unter ihr Ergebnis bei der Abgeordnetenhauswahl von 2011, das bei 23,3 Prozent lag.

Piraten nur noch unter „Sonstige“

Auch der Wert der SPD gibt nach, die Sozialdemokraten rutschen von 28 auf 27 Prozent ab, bleiben aber stärkste Partei. Bei der Wahl 2011 hatte die SPD noch 28,3 Prozent erzielt. Die parlamentarische Opposition profitiert nicht von der Schwäche der Regierung. Die Grünen erreichen 17 Prozent (minus eins), die Linken bleiben unverändert bei 14 Prozent. Die Piraten sind so schwach, dass ihr Ergebnis bei den sonstigen Parteien einfließt, die zusammen auf sieben Prozent kommen. Die FDP wird mit drei Prozent bewertet.

Die schlechten Noten für die Koalition und die leichten Verluste der SPD spiegeln sich nicht direkt in der Einschätzung des Regierenden Bürgermeisters wider. 54 Prozent der Befragten gaben an, zufrieden mit Michael Müller zu sein. Das sind zwei Punkte mehr als im März. Allerdings stieg der Anteil der Unzufriedenen stark an. Innensenator und CDU-Landeschef Frank Henkel bewerten nur 31 Prozent positiv, drei Punkte weniger als zuletzt.