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Jüdische Gemeinde verlängert Vertrag von Daniel Alter nicht

Die Jüdische Gemeinde hat keinen Antisemitismusbeauftragten mehr. Wegen Geldproblemen ist der Vertrag mit dem Rabbiner ausgelaufen

Der Rabbiner Daniel Alter

Der Rabbiner Daniel Alter

Foto: dpa Picture-Alliance / Horst Galuschka / picture alliance / dpa

Am Ende will er fair bleiben. Nicht nachtreten, keinen neuen Konflikt heraufbeschwören. Rabbiner Daniel Alter, dessen Vertrag als Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde Berlin jetzt ausgelaufen ist, sagt, das sei „stillos“. Nein, er hält sich lieber zurück.

Drei Jahre hatte Alter die Stelle inne. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er jetzt, dass das Arbeitsverhältnis nun beendet sei. Schon 2014 sei es wegen inakzeptabler Bedingungen und „einer komplexen arbeitsrechtlichen Situation“ notwendig gewesen, vor Gericht zu gehen. „Dort wurde als Kompromiss erwirkt, dass der damalige Vertrag bis zum 14. November 2015 verlängert wurde.“ Dieser Vertrag ist nun ausgelaufen. „Viel mehr will ich dazu jetzt auch nicht sagen“, so Alter am Freitag.

Laut Jüdischer Gemeinde geht es um Geld. Man danke Alter und bedaure, „dass wir seine Arbeit nur drei Jahre finanzieren konnten“, sagt Sprecher Ilan Kiesling. Konkret nennt er gestiegene Gehälter der Gemeindemitarbeiter – und „leider“ gestiegene Ausgaben für die Sicherheit. Kiesling verweist auf den Senat. Laut Staatsvertrag und einem Urteil vom Herbst 2014 zahlt das Land Berlin der Gemeinde 2015 einen Zuschuss von rund 6,7 Millionen Euro. Über die Höhe dieser Summe hatte es zuvor eine juristische Auseinandersetzung gegeben.

Daniel Alter will Projekte gern fortführen

Daniel Alter hat noch keine konkreten Pläne für die Zukunft. Er betont am Freitag gegenüber der Berliner Morgenpost aber, dass es ihn „treffen“ würde, wenn er von ihm angestoßene Projekte nicht weiter verfolgen könne – etwa die Initiative „meet2respect“. Dafür geht er mit einem Imam an Schulen, um dort etwas gegen Antisemitismus unter türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen zu tun. Zunächst will sich Alter aber arbeitslos melden.

Er wurde 2012 bundesweit bekannt, als er von mehreren Männern in Friedenau geschlagen und antisemitisch beleidigt wurde.

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