Terror in Frankreich

Berlin eine Woche nach den Anschlägen von Paris

Auch in Berlin sind die Folgen der Anschläge von Paris spürbar. Auf einigen Weihnachtsmärkten werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen.

Eine französische Flagge und eine rote Rose hängen vor der Französischen Botschaft in Berlin an einem Absperrgitter. Viele Menschen trauerten am Pariser Platz

Eine französische Flagge und eine rote Rose hängen vor der Französischen Botschaft in Berlin an einem Absperrgitter. Viele Menschen trauerten am Pariser Platz

Foto: Lukas Schulze / dpa

Vor einer Woche haben sich die Terroranschläge in Paris ereignet. In Berlin ist die Anteilnahme groß. Die Folgen sind auch sonst spürbar in der Stadt. Immer wieder gab es Einsätze wegen abgestellter Gepäckstücke.

Sicherheitslage

Die Sicherheitslage in Berlin ist trotz der Attentate in Paris unverändert. Es gebe aber „eine weiterhin abstrakt hohe Gefährdungslage“, sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Auch die Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden habe „zunächst einmal auf Berlin keine Auswirkungen, weil es keine Hinweise auf konkrete Anschläge gibt“, so Henkel.

„Berlin verfügt ohnehin über ein hohes Sicherheitsniveau“, sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Stefan Redlich.

Weihnachtsmärkte

Auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten will die Polizei wie jedes Jahr Präsenz zeigen und die Sicherheit gewährleisten. In jedem Fall wird die Polizei auch wieder ein Auge auf Taschendiebe haben.

Die Veranstalter des Weihnachtsmarktes auf dem Gendarmenmarkt in Mitte weisen darauf hin, dass entgegen der Praxis vergangener Jahre das Sicherheitspersonal in diesem Jahr als solches erkennbar sein soll. „Aufgrund der augenblicklichen Lage werden wir unsere Wachsamkeit nochmals erhöhen“, sagt Veranstalter Helmut Russ.

Zum Sicherheitskonzept gehört, dass es vier kontrollierte Zugänge gebe, Taschenkontrollen durchgeführt werden und das Mitbringen von Koffern, Trollis und größeren Rucksäcken nicht gestattet ist.

Ähnlich verhalten sich die Verantwortlichen des überaus beliebten Besucherziels Berliner Dom. Dort sind die Sicherheitsbestimmungen für Besucher verschärft worden. „Unser Geschäftsführer hat unsere Sicherheitsfirma angewiesen, dass große Taschen und Rucksäcke nicht mehr mit hinein genommen werden dürfen – es sei denn, wir dürfen auf den Inhalt schauen“, sagte eine Sprecherin.

Einsätze wegen herrenloser Gepäckstücke

Auch am Freitag kam es erneut zu Polizeieinsätzen wegen herrenloser Gepäckstücke. Am Morgen war der Polizei eine verdächtige Fahrradtasche auf der Leipziger Straße gemeldet worden. Einsatzkräfte sperrten während des Berufsverkehrs die wichtige Verbindung durch die Berliner Innenstadt - zunächst zwischen Mauerstraße und Wilhelmstraße, dann bis zum Potsdamer Platz. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau, auch der Busverkehr und die Tram M48 waren betroffen, die U-Bahn hielt für kurze Zeit nicht am Potsdamer Platz.

Am Bahnhof Zoo wurde in der U-Bahn eine herrenlose Tasche entdeckt, der Verkehr wurde vorübergehend eingestellt. Auch hier stellte sich der Gegenstand als harmlos heraus. Am Abend sorgte ein Rucksack an der Zimmerstraße für einen Bombenverdacht. Auch dieser Fall stellt sich als harmlos heraus.

„Lieber ein Fehlalarm als eine böse Überraschung“

In den vergangenen Tagen nach den Terroranschlägen in Paris musste die Polizei immer wieder Straßen, Wege und Geschäfte sperren, weil Koffer oder andere Gegenstände als verdächtig gemeldet wurden. Nach Angaben der Berliner Polizei war der Alarm am Bahnhof Zoologischer Garten der 13. innerhalb von vier Tagen. Die Polizei sei aber froh, dass die Berliner wachsamer seien, sagte der Sprecher. „Lieber ein Fehlalarm zu viel als eine böse Überraschung.“ Am Abend kamen erneut zwei Verdachtsfälle hinzu, die sich als harmlos herausstellten.