Friedrichshain

Totes Baby in Berlin auf der Straße entdeckt

Am Freitag ist in Berlin-Friedrichshain auf der Straße die Leiche eines Babys gefunden worden. Die Mordkommission ermittelt.

Polizisten schirmen den Fundort des verdächtigen Bündels ab

Polizisten schirmen den Fundort des verdächtigen Bündels ab

Foto: Thomas Schröder

Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) haben am Freitagvormittag einen überaus grausigen Fund in Friedrichshain gemacht. Sie entdeckten ein totes Baby am Straßenrand der Lehmbruckstraße. Die gerichtsmedizinische Untersuchung hat am Freitagabend ergeben, dass es sich bei dem Leichnam um einen Säugling handelte. Die 4. Mordkommission hat die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes aufgenommen.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, waren die Mitarbeiter der BSR am Vormittag gegen 11 Uhr damit beschäftigt, Laub zwischen geparkten Autos entlang der Straße auf die Fahrbahn zu harken, als sie ein verdächtiges Bündel fanden.

Die Mitarbeiter alarmierten daraufhin umgehend die Polizei. „Dem ersten Anschein nach handelt es sich um ein totes Baby“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittag. „Eine 100-prozentige Gewissheit könne erst eine Obduktion ergeben.“ Informationen zum Alter oder zum Geschlecht des Leichnams gab die Polizei zunächst nicht bekannt, aus „ermittlungstaktischen Gründen“ lautete die Begründung. Das lag natürlich auch daran, dass auch Stunden nach dem makaberen Fund nicht klar war, ob es sich überhaupt um menschliche Überreste oder etwas anderes handelt. Der Leichnam soll sich in einem stark fortgeschrittenen Zustand der Verwesung befunden haben.

Erst am Abend gab es dann traurige Gewissheit

Nach dem Fund sperrte die Polizei die Sackgasse in Fahrtrichtung Stralauer Allee für den Fahrzeugverkehr ab. Nur wenig später trafen die Ermittler einer Mordkommission am Fundort auf Höhe der Hausnummer 22 ein. Für die Spurensuche setzte die Polizei auch eine Drohne ein, die Bilder aus der Luft lieferte. Am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr beendeten die Ermittler die Spurensuche rund um den Fundort. Mitarbeiter der Gerichtsmedizin holten die Überreste ab und brachten sie zur Obduktion in das gerichtsmedizinische Institut. Am Freitagabend dann die traurige Gewissheit. Es handelt sich um den Leichnam eines toten Säuglings. Dem von dem Fund sichtlich mitgenommenen BSR-Mitarbeitern wurde seitens der Firmenleitung angeboten, sich in psychologische Betreuung zu begeben.

Ebenfalls in Friedrichshain war vor etwas mehr als einem halben Jahr ein neugeborenes Baby ausgesetzt worden. Das kleine Mädchen überlebte glücklicherweise die Tat, die Mutter konnte jedoch trotz Zeugenaufrufen der Kriminalpolizei bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Das ausgesetzte Baby war laut Polizei in der Nacht zum 1. April in einem Hauseingang an der Scharnweberstraße 38 von einem Passanten gefunden worden. Der offenbar kurz zuvor entbundene Säugling war in drei Jacken gewickelt und wurde auf dem Boden direkt neben der Haustür abgelegt. Das Baby hatte dennoch eine starke Unterkühlung erlitten, erholte sich aber im Krankenhaus relativ schnell. Weil auch nach der Genesung die leibliche Mutter nicht ermittelt werden konnte, lebt das kleine Mädchen inzwischen bei einer Pflegefamilie.