Bahnhof Westkreuz

Mann von S-Bahn eingeklemmt und mitgeschleift – tot

Ein 57-Jähriger wurde beim Versuch, in die S46 einzusteigen, von der Bahn mitgeschleift. Er erlag wenig später seinen Verletzungen.

Tödlicher Unfall am Mittwoch am Westkreuz. Auf unserem Bild ist die S-Bahn-Brücke am S-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin zu sehen

Tödlicher Unfall am Mittwoch am Westkreuz. Auf unserem Bild ist die S-Bahn-Brücke am S-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin zu sehen

Foto: Wolfram Steinberg / dpa

Zu einem tödlichen Unfall ist es am S-Bahnhof Westkreuz gekommen. Wie die Bundespolizei erst am Donnerstag mitteilte, ist am Mittwoch kurz nach Mitternacht ein 57 Jahre alter Mann von einem S-Bahn-Zug erfasst und mitgeschleift worden. Der aus Bosnien-Herzegowina stammende Mann habe dabei tödliche Verletzungen erlitten. Die Türen des Zuges der Linie S46 waren bereits geschlossen, als der 57-Jährige noch versuchte, in den Wagen einzusteigen. Er geriet nach Polizeiangaben mit einem Fuß zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn und wurde dann von dem anfahrenden Zug mitgerissen und kam einige Meter weiter auf dem Bahnsteig zum Liegen.

Er wurde dabei so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Die S-Bahn musste den Zugverkehr auf der Ringbahn von 0.02 Uhr bis Betriebsbeschluss zwischen Halensee und Westend unterbrochen. Die S46 wurde nach Charlottenburg umgeleitet.

Berliner Polizei ermittelt

Inzwischen untersucht die Berliner Polizei den Vorfall. Man gehe bislang von einem Unfall aus, Anzeichen für ein Fremdverschulden gebe es nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Angaben zur genauen Todesursache liegen noch nicht vor. Untersucht werden soll im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens auch, ob möglicherweise Alkohol eine Rolle gespielt haben könnte.

Warn-Aufkleber an allen Türen

Laut S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz sind derartige Unfälle "äußerst selten". Das Unternehmen warne zudem stets davor, noch zu versuchen, in einen bereits abgefertigten Zug ein- oder aussteigen zu wollen. "Besser ist immer, den nächsten Zug zu nehmen", so Priegnitz. Nach einem ähnlichen Vorfall vor etwa zwei Jahren in Ahrensfelde, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde, habe es eine umfangreiche Informationskampagne gegeben, bei der auf die Gefahren aufmerksam gemacht wurde. Zudem seien inzwischen an allen Türen der S-Bahn-Wagen Piktogramme mit einem Warnhinweis angebracht worden.

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