Mieten

Verband: Berlin braucht 300.000 Wohnungen und Mieten steigen

Bis 2030 könnten vier Millionen Menschen in der Stadt wohnen. Die Wohnungsunternehmen warnen vor einer Zuspitzung am Wohnungsmarkt.

Was jetzt gebraucht wird: Berlins Wohnungsbestand reicht nicht aus. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. fordert bessere Bedingungen für Neubauprojekte

Was jetzt gebraucht wird: Berlins Wohnungsbestand reicht nicht aus. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. fordert bessere Bedingungen für Neubauprojekte

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin/ Potsdam. Der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) rechnet angesichts des anhaltenden Zuzugs damit, dass bis 2030 rund 300.000 neue Wohnungen in Berlin gebaut werden müssen - darunter mindestens 100.000 Wohnungen mit Förderung für soziale Zwecke. Dies teilte der BBU bei Vorstellung seines Marktmonitors am Donnerstag mit.

Dabei sei der Zuzug von Flüchtlingen nur ein Teil des Problems. „Durch den Flüchtlingszustrom werden ohnehin bestehende Wachstumsspannungen in unserer Region nur noch deutlicher sichtbar“, sagte BBU-Vorstand Maren Kern.

Berlin und Brandenburg bräuchten nun ein „Zukunftskonzept für Wachstum“, wenn eine Wohnungsnot verhindert werden soll, forderte sie. Um den kurzfristigen Bedarf an Wohnungen einigermaßen zu decken, müssten nach Ansicht des Verbands bis 2020 die Fertigstellungen auf 20.000 neue Wohnungen pro Jahr verdoppelt werden.

Erleichterungen beim Neubau gefordert

Der BBU stellt aber eine deutliche „Diskrepanz zwischen Anforderungen und Realität“ fest. So sei bis September 2015 im Vorjahresvergleich ein deutlicher Rückgang der genehmigten Neubauwohnungen um fast acht Prozent zu verzeichenen. Der Verband sieht als Ursache das Wirken einer „problematischen Mischung“ aus zu komplizierten Bauverfahren, Baukostensteigerungen, Baulandverknappung, Überlastung der Verwaltungen und Widerständen gegen Bauvorhaben.

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Neben mehr öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und Verwaltung fordert der Verband die Absenkung von Baustandards, die ausreichende Bereitstellung von Bauland und die Entschlackung von Planungs- und Vergabeverfahren.

Mieten steigen weiter

Die Mieten in Berlin sind weiter gestiegen, wenn auch nicht so stark wie ein Jahr zuvor: Die Quadratmeterpreise für Bestandswohnungen der im BBU organisierten Untermehmen stiegen 2014 um 2,5 Prozent auf 5,43 Euro. Im Vorjahreszeitraum waren sie um um 2,7 Prozent gestiegen.

Für seinen jährlichen Marktmonitor wurden etwa eine Million Bestands- und Neumietverträge ausgewertet. Der Verband steht für 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und knapp 50 Prozent der Mietwohnungen in Brandenburg. Er vertritt vor allem die öffentlichen Wohnungsunternehmen und die Genossenschaften.