Berlin

Brandwachen sollen auf S-Bahnhöfen vor Feuer warnen

Im August 2004 ist ein Zug der Berliner S-Bahn in der unterirdischen Station Anhalter Bahnhof in Brand geraten. Nur dem raschen Handeln des Lokführers und der Feuerwehr war es damals zu verdanken, dass die Fahrgäste zumeist mit dem Schrecken davonkamen. Seither lässt die Deutsche Bahn die Brandschutztechnik in dem rund 80 Jahre alten Nord-Süd-Tunnel zwischen den Bahnhöfen Humboldthain und Yorckstraße modernisieren. Doch die Arbeiten kommen nur schleppend voran. Auch die monatelange Sperrung des Nord-Süd-Tunnels zu Jahresbeginn reichte offenbar nicht aus, um an allen Stationen die erforderliche Technik nachzurüsten. Solange die Brandschutzmaßnahmen noch nicht umgesetzt sind, müsse der Brandschutz durch den Einsatz von Personal sichergestellt werden, teilte die Bahn auf Anfrage mit.

Bislang übernahmen diese Aufgabe die Aufsichten auf den Bahnsteigen. Doch die werden seit einiger Zeit aus Kostengründen reduziert. Wie berichtet, will die S-Bahn die Zahl der Aufsichten auf ihren insgesamt 166 Stationen in Berlin und Brandenburg von einst rund 90 auf nur noch 21 reduzieren. Die Abfertigung der Züge sollen die Lokführer mit Hilfe von Überwachungskameras auf den Bahnsteigen selbst übernehmen.

Vor Kurzem hat die S-Bahn ihre Aufsicht auf dem Bahnhof Yorckstraße geschlossen, der von Zügen der Linien S2 und S25 angefahren wird. Speziell abgestellte Bahnmitarbeiter müssen prüfen, ob es an den Zügen heiß gelaufene Achsen oder andere Defekte gibt, die im Tunnel zu einem gefährlichen Feuer führen könnten. Per Telefon teilen sie ihre Beobachtungen den Lokführern mit, die im Gefahrfall die Fahrt unterbrechen können. Es handele sich um eine bauzeitliche Sicherungsmaßnahme, wie sie auch in anderen Städten üblich sei, so der Bahnsprecher. Die noch ausstehenden Brandschutzmaßnahmen sollen „bis auf kleinere Restarbeiten“ bis Ende 2016 abgeschlossen werden.