Terrorgefahr

Zahl gewaltbereiter Islamisten in Berlin steigt

Der Berliner Verfassungsschutz berichtet von Hunderten gewaltbereiten Islamisten in der Stadt. Einige sind den Behörden bereits bekannt

Die Zahl der Salafisten in Berlin wächst. Ging der Berliner Verfassungsschutz Anfang des Jahres noch von 620 Anhängern der radikalen Islamisten aus, darunter 330 gewaltbereite, zählte er Ende September bereits 670, davon 350 gewaltbereite. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Senatsjustizverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

Danach sind in Berliner Justizvollzugsanstalten derzeit insgesamt fünf Mitglieder von terroristischen Vereinigungen inhaftiert. Weitere sieben Gefangene, denen die Bildung, Mitgliedschaft, Unterstützung sowie Werbung für eine „terroristische Vereinigung“ nach Paragraf 129a Strafgesetzbuch vorgeworfen wird, sitzen in Untersuchungshaft.

Einige der Islamisten sind bekannt. So etwa der Weddinger Murat S. Über einen Cousin und einen Moscheeverein radikalisierte sich Murat S. und begann, den militanten Dschihad zu befürworten. Der in der Türkei geborene Familienvater reiste schließlich im Sommer 2013 nach Syrien. Nach seiner Rückkehr wurde ihm der Prozess gemacht. Das Urteil: vier Jahre Gefängnis. „Er war fest entschlossen zu kämpfen“, stand für die Richter fest. Der 41-Jährige aus Wedding sei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig.

Ein weiterer radikaler Islamist ist der 41 Jahre alte Ismet D. Der selbst ernannte „Emir“ soll der Anführer einer mutmaßlichen islamistischen Logistikzelle sein und seine Anhänger zur Ausreise in den Dschihad nach Syrien angestachelt haben. Gemeinsam mit dem 43 Jahre alten Emin F. soll Ismet D. zudem Anschläge und Terrorvereinigungen in Syrien unterstützt haben.

Die Polizei hatte beide bei einer Razzia Anfang Januar festgenommen. Beide sitzen nach Angaben des Generalbundesanwalts in Untersuchungshaft. Eine Anklage werde vorbereitet, hieß es am Freitag.