Unglück in Berlin

Toter nach Saunabrand - Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein Finne war beim Brand einer Hotelsauna in Berlin ums Leben gekommen. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Als die Feuerwehr vor dem Hotel eintraf, war der Saunabesucher schon tot

Als die Feuerwehr vor dem Hotel eintraf, war der Saunabesucher schon tot

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Im Fall eines finnischen Touristen, der im Oktober bei einem Feuer in der Sauna in einem Charlottenburger Hotel ums Leben gekommen war, hat die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet. „Es wird wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, der Berliner Morgenpost auf Anfrage. „Noch wird gegen Unbekannt ermittelt.“ Der Fall beschäftigt die Brandabteilung bei der Staatsanwaltschaft. Wie die Ermittlungen und die Obduktion des Toten ergaben, starb der Mann an den Folgen einer Rauchgasvergiftung.

Wie die Berliner Morgenpost nur wenige Tage nach dem Feuer erfuhr, war die Brandmeldeanlage des Hotels „Wyndham Berlin Excelsior“ an der Hardenbergstraße zum Zeitpunkt, als das Feuer ausbrach, nicht in Betrieb. Sie war bereits seit mehreren Wochen wegen Wartungsarbeiten ausgeschaltet.

Mit dem Saunabrand beschäftigt sich auch die Bauaufsicht des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Die zuständige Behörde hatte erst durch das Unglück überhaupt davon erfahren, dass die Brandmeldeanlage des Hotels nicht in Betrieb war. Die Warnanlage war nach Angaben der Stadträtin Dagmar König (CDU) durch umfangreiche Wartungs- und Reparaturarbeiten funktionslos, hieß es.

Hotel darf keine neuen Gäste mehr aufnehmen

Die Bauaufsicht reagierte umgehend. Aufgrund der nicht funktionierenden Brandmeldeanlage hatte die Bauaufsicht dem Hotel eine Nutzungsuntersagung angeordnet. Das Hotel durfte seit dem Bekanntwerden der nicht funktionierenden Brandmeldeanlage keine neuen Gäste mehr aufnehmen. Als weitere Sicherheitsauflage musste das Hotel täglich die Gästezahl melden.

Zusätzlich musste auf jeder Etage des Hauses rund um die Uhr eine Brandwache anwesend sein. Diese Auflagen gelten so lange, bis die völlige Funktionsfähigkeit der Brandmeldeanlage im Rahmen einer Brandschau nachgewiesen wird. Ob sie noch Gültigkeit haben, war am Freitag nicht zu erfahren. Die zuständige Behörde war nicht erreichbar.

Experten eines Brandkommissariats hatten am Tag nach dem Feuer herausgefunden, dass vermutlich ein Aufgusseimer aus Holz den Brand ausgelöst hatte. Sie entdeckten, dass der Eimer auf dem Saunaofen gestanden und Feuer gefangen hatte. Nach Angaben der Polizei hatten Feuerwehrleute den Mann leblos im Ruheraum der Sauna gefunden.