Nahverkehr

U2 fährt ab 23. November wieder durch

Seit sieben Monaten ist die U-Bahn-Linie 2 wegen Bauarbeiten am Gleisdreieck unterbrochen. Das Ende ist nun in Sicht

Gute Aussichten für die leidgeprüften Nutzer der U2. Ab 23. November – und damit einen Tag früher als angekündigt – können die Züge auf der Linie wieder zwischen Pankow und Spandau durchfahren. Die Bauarbeiten am U-Bahnhof Gleisdreieck liegen im Plan und können rechtzeitig abgeschlossen werden, bestätigte BVG-Sprecher Markus Falkner.

Seit Mitte April ist die wichtige Ost-West-Linie im Berliner U-Bahnnetz wegen der umfangreichen Sanierungsarbeiten unterbrochen. Die Züge der U2 verkehren seither nur zwischen Pankow und Potsdamer Platz. Ab Montagmorgen sollen die Züge der U1 und U2 wieder auf ihrer regulären Linienführung fahren können. Ursprünglich war die Betriebsaufnahme für den 24. November, 3.30 Uhr angekündigt.

Ein Restrisiko bleibt indes. „Wenn es einen plötzlichen und heftigen Frosteinbruch gibt – wonach es derzeit aber nicht aussieht“, so BVG-Sprecher Falkner. Der Grund: Am letzten Bau-Wochenende müsse am Bahnhof Gleisdreieck eine Bauweiche ausgebaut werden. Die dafür notwendigen Schweißarbeiten könnten nicht bei tiefen Minustemperaturen ausgeführt werden. Trotz etlicher „Überraschungen“ während der siebenmonatigen Bauarbeiten sollen die Kosten im vorgesehenen Rahmen geblieben sein. Insgesamt investiert die BVG 35 Millionen Euro in die Sanierung der Bahnsteige, Gleisanlagen und Brücken am rund 100 Jahre alten Bahnhof Gleisdreieck.

Den U2-Fahrgästen drohen allerdings an anderer Stelle neue Unannehmlichkeiten. Wie gemeldet, ist der Tunnel für die U2 in der Nähe des Alexanderplatzes abgesackt. Als Grund vermuten die BVG-Experten Tiefbauarbeiten an der Gruner- Ecke Dircksenstraße. Auf dem Areal des früheren DDR-Gesundheitsministeriums entsteht eine neue Großherberge für die Hotelkette Motel One. Der 19-Geschosser, hinter dem Cubix-Kino soll einmal 708 Zimmer bieten. Die Eröffnung des Hotels ist für 2017 angekündigt. Die U2-Trasse führt unmittelbar an der Baugrube für das Hotel entlang. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte die BVG bereits am Montagmittag bei Kontrollmessungen festgestellt, dass der Tunnel dort auf etwa 60 Meter Länge um bis zu sechs Zentimeter seitlich abgesackt ist. Vertretbar seien aber nur wenige Millimeter. Es bestehe die Gefahr, dass die Tunnelwände reißen, so U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher.

Die BVG erwirkte beim Projektträger, der HGA Hotel & Geschäftshaus am Alexanderplatz GmbH & Co. KG, einen sofortigen Baustopp. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Züge den Bereich bis auf Weiteres nur mit 15 Kilometern pro Stunde passieren. Eine akute Gefahr für den Tunnel und damit auch für die Fahrgäste soll aber nicht bestehen, versicherte BVG-Sprecher Falkner. Um die Ursache für das Absacken des Tunnels zu finden, soll es nun eine Baugrunduntersuchung geben.