Berlin

Sebastian Frank: „Meine Frau hat am Telefon geweint“

Am Mittwoch erhielt Sebastian Frank den Anruf vom Chefredakteur des Michelin Deutschland, Ralf Flinkenflügel. Und am Donnerstag bekam er vom Internationalen Direktor des Michelin, Michael Ellis, den zweiten Stern.

Berliner Morgenpost: Herr Frank, wir hatten Sie alle nicht auf der Uhr.

Sebastian Frank: Ja, ich mich auch nicht! Mit dem zweiten Stern rechnet niemand, schon gar nicht, wenn man so ein legeres Konzept fährt wie wir.

Sie müssen aber doch mitbekommen haben, dass die Inspektoren des Michelin mehrfach bei Ihnen gewesen sind?

Ja, zwei Mal haben wir mitbekommen, dass jemand da war. Aber dass es um Veränderung geht, kann man nur hoffen.

Was hat Herr Flinkenflügel gesagt?

Mein Mitarbeiter hat mir das Telefon gereicht und mir gesagt, wer dran ist. Da habe ich gewusst, dass der nicht anruft, um zu fragen, wie es mir geht.

Bereits gestern Abend posteten Foodblogger die Neuigkeit Ihres zweiten Sterns.

Ich habe keine Ahnung, wer davon noch wusste und durch wen. Herr Flinkenflügel hatte uns auch um Diskretion gebeten – und wir wollten uns die paar Stunden auch daran halten.

Aber Ihrer Frau haben Sie es gleich gesagt?

Ja, meine Frau habe ich am Telefon in einem wunderbaren Augenblick erwischt. Sie stand gerade im Dussmann und wollte den neuen Gault Millau, der Anfang der Woche rausgekommen ist, holen. Sie wollte mich kaum sprechen lassen, aber dann habe ich gesagt: „Lass das Buch mal liegen jetzt.“ Und dann hat sie geheult.

Und greifen Sie eines Tages nach dem dritten Stern?

Na, jetzt sind wir erst einmal gesättigt.