Berlin

Kein Platz für Kinderrechte?

Klaus Herlitz und Unicef bemühen sich um eine Fläche. Aber ein Stadtrat macht Probleme

Berlin ist immer gut für eine neue Idee. Doch ob sie Wirklichkeit werden kann, das hängt zum großen Teil von Behörden ab. So ist es auch bei dem Vorhaben von Unicef. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen möchte einen Platz für Kinderrechte in Berlin anlegen. Anlass ist die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention vor 25 Jahren. Seit rund zwei Jahren bemühen sich die Berliner Verantwortlichen von Unicef zusammen mit ihrem Partner, der Buddy Bär Berlin GmbH, um eine geeignete Fläche. Bislang vergeblich. Das Bezirksamt Mitte lehnt eine Genehmigung für die Orte ab, die das Kinderhilfswerk favorisiert. Die Flächen, die das Amt vorschlägt, sind aus Sicht von Unicef und seiner Mitstreiter nicht geeignet.

Einen Platz für Kinderrechte in einer bedeutenden Metropole – so etwas gibt es weltweit noch nicht. Dieser Platz könne das Image von Berlin weiter verbessern, meinen die Initiatoren. Gedacht ist eine Fläche, auf der auch die bekannten Buddy Bären zu sehen sind, das Berliner Symbol für Toleranz und Miteinander. Das Projekt soll gemeinsam mit Klaus Herlitz, dem Initiator der Berliner Buddy Bären, realisiert werden. 140 Bärenfiguren sollen in einer Open-Air-Dauerausstellung gezeigt werden, dazu zehn besondere Bärenfiguren, die die Rechte der Kinder, etwa auf Schutz, auf Versorgung und Beteiligung symbolisieren. Erläuterungen in acht Sprachen sind vorgesehen. Der Ort soll zum Anziehungspunkt für Familien, Touristen und vor allem Schulklassen entwickelt werden.

Ausstellung soll jährlich von April bis November zu sehen sein

Ein Vorhaben, das man nicht gut ablehnen kann. „Die Rechte der Kinder müssen stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden“, sagt Klaus Herlitz. „Das ist der Ausgangspunkt.“ Auch der Senat habe das Vorhaben begrüßt. Schwierig sei die Wahl des geeigneten Standortes. Der Platz für Kinderrechte sollte an einem zentralen Ort in der Innenstadt liegen. Die Initiatoren hatten deshalb die Wiese mit dem Skulpturengarten, nahe dem Platz der Republik vorgeschlagen. Auch der Senat habe das befürwortet, so Herlitz. Ein Weg soll zur Ausstellung führen, sechs Meter breit und aus wasserdurchlässigem Betonpflaster. Das Geld dafür würden Sponsoren aufbringen, dem Bezirks- oder dem Landeshaushalt sollen keine Kosten entstehen. Die Ausstellung zu Kinderrechten solle jährlich von April bis November zu sehen sein, so der Vorschlag. „Wenn es um einen Platz der Kinderrechte geht, kann man nicht dagegen sein“, sagt Mittes Baustadrat Carsten Spallek (CDU). Doch das vorgesehene Areal befinde sich in einer Grünanlage, die nur der Erholung diene und keine Ausstellungsfläche sei. Zudem könne sie nicht offiziell benannt werden. Außerdem seien Urheberrechte der Künstler des Skulpturengartens zu berücksichtigen.

„Es wäre der optimale Ort“, sagt Klaus Herlitz. Als Standortmöglichkeit habe der Senat die Wiese im Spreebogen, gegenüber dem Paul-Löbe-Haus vorgeschlagen. Auch diese Variante lehnt Spallek ab, ebenfalls wegen der Urheberrechte und wegen Schwierigkeiten der Benennung. „Wir sollten nach Plätzen suchen, die man benennen kann“, so der CDU-Politiker. Er habe Herlitz deshalb vorgeschlagen, den Platz der Kinderrechte auf dem künftigen Stadtplatz in der Europacity am Hauptbahnhof anzulegen.

„Diese Fläche wird aber erst in einigen Jahren fertig“, sagt Klaus Herlitz. Spallek schlägt zudem den künftigen Quartiersplatz an der Lehrter Straße vor, nahe dem Fritz-Schloß-Park. Dieser Platz sei in der Nähe der SOS-Kinderdorf-Zentrale an der Lehrter Straße Ecke Seydlitzstraße, so Spallek, und auch daher gut geeignet. Doch die Fläche sei zu klein für die geplante Dauerausstellung zu klein, meint Klaus Herlitz.

Er gebe jedoch die Hoffnung nicht auf, dass sich eine Lösung findet. „Wir sind geduldig“, sagt er. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“