Schulessen

Für besseres Schulessen: Kontrollen in den Großküchen

Pankow schafft Stellen für landesweite Prüfungen. Zwei Lebensmittelkontrolleure und ein Ernährungswissenschaftler sind im Einsatz.

Für besseres Schulessen in Berlin sind in den vergangenen zwei Jahren neue Catering-Unternehmen beauftragt worden. Eltern und Behörden greifen tiefer in die Tasche, damit frische Produkte, mehr Obst und Gemüse und ökologische Erzeugnisse auf den Mittagsteller der Kinder kommen.

Ab 2016 wird es auch eine zentrale fachliche Qualitätskontrolle des Essens in den Grundschulen geben. Pankow übernimmt diese Aufgabe, stellvertretend für alle Bezirke. Das hat der zuständige Stadtrat für Verbraucherschutz, Torsten Kühne (CDU), jetzt mitgeteilt.

Nicht mehr der billigste Essensanbieter

Die Reform des Schulmittagessens in Berlin trat im Sommer 2013 in Kraft, damit sich Ereignisse wie 2012 nicht wiederholen. Damals waren Tausende Grundschüler an Magen-Darm-Infektionen erkrankt. Grund waren Mahlzeiten aus der Schulkantine. Nun wird nicht mehr der billigste Essensanbieter ausgewählt.

Eine weitere Forderung dieser Reform ist die zentrale Stelle, die jetzt eingerichtet wird und die Qualität des Schulessens in den Grundschulen überprüft. Zwei Lebensmittelkontrolleure und ein Ernährungswissenschaftler werden das Team bilden. Es unterstützt und berät die Schulämter, die die Verträge mit den Caterern abschließen und dafür verantwortlich sind, dass die Qualitätsstandards eingehalten werden.

Regelmäßige Kontrollen in den Küchen

Das Pankower Kontrollteam wird in den Küchen, in denen das Essen zubereitet und ausgegeben wird, regelmäßig eine Routineüberprüfung vornehmen. Diese Überprüfung wird an 20 aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Geprüft wird dabei auch der Gehalt an Vitaminen, Kohlenhydraten, Protein, Fett und Ballaststoffen, an Magnesium, Calcium und Eisen. Je nach dem Eindruck, den die Kontrolleure in den Küchen haben, werden sie außerdem Verdachtsproben nehmen.

Diese Proben werden daraufhin untersucht, ob das Essen gesundheitsgefährdende Erreger wie Salmonellen und Staphylokokken enthält. Es wird außerdem ermittelt, ob Geschmacksverstärker, künstliche Konservierungsstoffe, Süßstoffe, künstliche Farbstoffe und Aromen enthalten sind. Bei Fleischprodukten wird auch die Tierart nachgewiesen.

Rund 166.000 Euro Personalkosten

Für die zentrale Qualitätskontrollstelle in Pankow sind rund 166.000 Euro als Personalkosten veranschlagt. Die Untersuchungen wird das Landeslabor Berlin-Brandenburg vornehmen. Dafür sind insgesamt pro Jahr etwa 151.000 Euro vorgesehen, weitere 39.000 Euro für Material- und Bürokosten. Die Gesamtkosten liegen bei 356.000 Euro. Pankow wird sie jedoch nicht bezahlen.

Wie der zuständige Stadtrat für Verbraucherschutz, Torsten Kühne (CDU) mitteilte, habe die Senatsfinanzverwaltung zugesagt, dem Bezirk alle notwendigen Mittel für die zentrale Qualitätskontrollstelle zur Verfügung zu stellen. Deshalb könne Pankow diese Aufgabe übernehmen. In der Regel werden landesweite Aufgaben von Verwaltungen übernommen, die direkt zum Senat gehören oder diesem unterstellt sind.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.