Laub

Herbstsorgen im Berliner Blätterwald

Lerise rieseln die Blätter, doch mit den Aufräummaschinen der Berliner Stadtreinigung kommt der Lärm. Glücklicherweise aber nur vorübergehend.

In Berlin fallen 110.000 Kubikmeter Laub. Die BSR setzt 1800 Mitarbeiter ein

In Berlin fallen 110.000 Kubikmeter Laub. Die BSR setzt 1800 Mitarbeiter ein

Foto: dpa Picture-Alliance / Stephanie Pilick / picture alliance / dpa

Die grünste Metropole auf dem Kontinent zu bewohnen, ist für die Berliner in Frühling und Sommer ein Privileg. Die Rechnung aber kommt zum Jahresende. Bei 439.195 Bäumen der Stadt gehen dann circa 110.000 Kubikmeter Laub nieder.

Was beim Spaziergang wohltuend anzusehen ist, bedeutet für die Berliner Stadtreinigung (BSR) ganz unromantisch: wochenlanger Großeinsatz. Bis Anfang November wurden 25.000 Kubikmeter Laub eingesammelt. Das erfordert 1800 Beschäftigte in täglich zwei Schichten sowie Touren in 540 Fahrzeugen. 80 Laubsauggeräte werden gebraucht.

Wenn die Klänge der rund 700 in Berlin eingesetzten benzinbetriebenen Laubbläser vom Typ „Stihl BR 500“ ertönen, wünscht sich mancher die vergleichsweise harmonischen Melodien der Love Parade zurück. Die Geräte liefern einen Schallleistungspegel von 100 Dezibel, den das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit als „sehr laut bis unerträglich“ einstuft. Parallel werden akkubetriebene Laubblasgeräte mit 92 Dezibel getestet. Laubbläser schaffen im Gegensatz zur Besenarbeit viel Laub weg und erreichen schwer zugängliche Ecken, etwa in Parkbuchten und an Bordsteinkanten.

Einsatz in der Nähe von Parks

Gearbeitet wird vor allem in Straßen mit reichem Baumbestand und in der Nähe von Parks. Mit Hinweisschildern werden Autofahrer gebeten, zwecks Laubbeseitigung zu gewissen Zeiten an bestimmten Stellen nicht zu parken. Wegen der wenigen Parkplätze in der Innenstadt wird so nur in den Außenbezirken verfahren.

Bis Jahresende will die BSR alles Laub im öffentlichen Straßenland einsammeln. Kommen allerdings Eis und Schnee, hat der Winterdienst Vorrang. Statt sich diesen Mix aus Matsch und Blättern auszumalen, sollte man also an diesem Wochenende noch einmal den Herbst und sein Laub in den Farben der Saison genießen.