Souvenirs

Polizei ermittelt wegen Pelzmützen aus Hundefell

Ein Souvenirhändler in Berlin soll Pelzmützen aus Hundefell verkauft haben. Die Polizei stellte sie sicher. Ob der Verdacht stimmt, ist unklar.

Angeblich aus Hundefell gefertigte Pelzmützen eines Souvenirhändlers haben in Berlin die Polizei auf den Plan gerufen. An einem Stand am Alexanderplatz stellten Beamte am Dienstag nach einer Anzeige mehrere Mützen sicher, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Sie bestätigte damit Berichte von „Bild“ und „B.Z.“

Den Berichten nach hatte der Verkäufer angegeben, einige Mützen in seinem Sortiment seien aus Hundefell - dies habe ein Fachmann für Pelze den Blättern bestätigt. Die Mützen sollen laut Polizei untersucht werden, die Ermittlungen in der Sache dauerten an. Nach einem Augenzeugenbericht sammelte die Polizei auch am Donnerstagmittag Mützen von Händlern am Checkpoint Charlie ein.

In der EU ist der Handel mit Haustierfellen seit Ende 2008 verboten. Im vergangenen Jahr hatten eine Drogeriekette und eine Modefirma Mützen aus dem Sortiment genommen, bei denen angeblich Katzenfell aus China verarbeitet wurde. Beide Male bestätigte sich der Verdacht allerdings nicht.

Ware wird angeblich umetikettiert

In China wird nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds rege mit Hundefellen gehandelt. Vertrieben würden diese auch an deutsche Händler: Die Ware werde umetikettiert oder als Kunstfell ausgegeben. Die Gesamtzahl der Kontrollen und der aufgedeckten Fälle in der EU sei bislang niedrig, erklärt die Organisation anhand einem Bericht der EU-Kommission von 2013 über die Jahre 2009 und 2010.

Hunde und Katzen werden Tierschützern zufolge in Ländern außerhalb der EU für den Handel grausam getötet. Dabei handele es sich meist um auf der Straße eingefangene Tiere. „Verbraucher unterschätzen, dass diese Produktion so günstig ist, dass es sich selbst bei Fellteilen an billigen Produkten nicht um Kunstfell handeln muss“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Nur mit dem Boykott von Artikeln mit Fellteilen lasse sich der Tod von Tieren vermeiden.