Hass-Kommentar

Ex-Pirat Christopher Lauer erhält Morddrohung per Facebook

Matthias Steube
Christopher Lauer bekommt Hasskommentare auf Facebook

Christopher Lauer bekommt Hasskommentare auf Facebook

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Lauer hat sich auf Facebook kritisch zur Videoüberwachung geäußert - und wurde daraufhin massiv bedroht. Er hat Strafanzeige gestellt.

Er hatte auf Facebook auf den Vorschlag von Innensenator Frank Henkel (CDU) reagiert, den Alexanderplatz in einem Modellversuch per Video überwachen zu lassen. Daraufhin bekam Christopher Lauer, parteiloses Mitglied der Piraten-Fraktion im Abgeordnetenhaus, eine Morddrohung.

„Schnauze lauer, kümmert euch um wichtige dinge, z.b. das nicht mehr von diesen drecks flüchtlingen kommen, ansonsten seit ihr die ersten die brennen werden…“, schrieb ein Kommentator – hier im Original zitiert. Lauer hatte zuvor gepostet, „Bevor sich Berlin auf ein sicherheitsesoterisches Abenteuer am Alexanderplatz einlässt, müssen Fakten auf den Tisch, was Kameraüberwachung überhaupt bringt.“

Lauer stellte nach der Drohung Strafanzeige. „Der Staatsschutz ermittelt und wird da sicher Erfolg haben“, sagte er der Berliner Morgenpost, „denn der Post war auch mit der Website des Mannes verlinkt.“ Die Spur weise nach Dresden. Sollte sich das bestätigen, gehe der Fall an die Polizei in Sachsen.

Er habe sich mittlerweile fast an solche Dinge gewöhnt. 2013 hätten ihn Neonazis mit den Worten sie „schießen mir auf offener Straße mit einer Pumpgun ins Gesicht“ bedroht. Aber er wolle so etwas nicht näher an sich heranlassen. „Ich fahre weiter mit der BVG“, sagte er. Das Risiko müsse er eingehen, auch wenn die Bedrohungen zunähmen. Die Politik müsse endlich erkennen, „dass es keine verwirrten Einzeltäter sind, sondern gut vernetzte Neonazis, die auf die Barrikaden gehen“.