Unglück

Auf Tempelhofer Feld von Kite getroffener Radfahrer ist tot

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Matthias Steube
Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin fährt ein Kitesurfer dem Sonnenuntergang entgegen (Archivbild)

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin fährt ein Kitesurfer dem Sonnenuntergang entgegen (Archivbild)

Foto: Felix Zahn / picture alliance / dpa

Am Sonntag stürzte auf dem Tempelhofer Feld ein Kite-Schirm auf den 64-Jährigen. Der Mann erlag nun seinen schweren Kopfverletzungen.

Der bei einem Unfall auf dem Tempelhofer Feld am Sonnabend lebensgefährlich verletzte Radfahrer ist tot. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Der 64-Jährige starb am Dienstagmittag in einem Krankenhaus in Neukölln.

Der Fahrradfahrer war am Sonnabend gegen 14 Uhr zeitgleich mit einem 26 Jahre alten Kitesurfer, der sich auf seinem Skateboard von einem Lenkdrachen ziehen ließ, auf einer der Startbahnen des alten Flughafens unterwegs. Bei dem Versuch, den Radfahrer zu überholen, sackte der Drachen des Kitefahrers plötzlich in sich zusammen, traf den 64-Jährigen auf seinem Fahrrad und riss ihn zu Boden. Dabei erlitt der Fahrradfahrer lebensgefährliche Verletzungen am Kopf. Rettungssanitäter brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er umgehend operiert wurde.

Bereits 2013 gab es einen tödlichen Unfall auf dem Feld

Bereits in den vergangenen Jahren hatten sich auf dem Tempelhofer Feld schwere Unfälle ereignet. 2013 starb ein Radfahrer, nachdem er mit einem Jogger zusammengestoßen war.

„Das Befahren des Feldes mit Fahrrädern und Skates auf den befestigten Flächen“ ist laut Hausordnung des Parks ausdrücklich erlaubt. Spezielle Bereiche für unterschiedliche Aktivitäten sind nicht ausgewiesen. Einen Tag nach dem jüngsten Unfall diskutierten Fahrradfahrer, Spaziergänger, Skater und Kitesurfer über die Situation. So sagte ein Kitefahrer, es sei wie bei anderen Sportarten auch: „Wer es beherrscht, baut keine Unfälle.“ Deswegen rate er den unerfahrenen Kitern, erst einmal nur auf den Grünflächen des Feldes zu fahren.

Tempelhofer Feld ieinziger Trainingsort für Kiter in Berlin

Die Kiter haben keine große Alternative. Das Tempelhofer Feld ist für sie der einzige Trainingsort in Berlin. Doch bei rund 12.000 Besuchern pro Tag kommen sich Sportler und Spaziergänger, Familien mit Kindern und Skater oft gefährlich nahe.

Darauf will auch die Grün Berlin GmbH, die den Park betreibt, reagieren. „Wir werden jetzt die Diskussion mit den Ämtern führen, wie wir die Konfliktsituationen entschärfen können“, sagte Sprecherin Bettina Riese. „Wir wollen so wenig wie möglich reglementieren, aber wir dürfen das Thema Sicherheit auch nicht vernachlässigen.“ Mittlerweile seien auch Radrennfahrer mit hohem Tempo auf dem Tempelhofer Feld unterwegs. Das Miteinander der unterschiedlichen Geschwindigkeiten müsse geregelt werden, betonte sie.