Flüchtlinge in Berlin

Senator Czaja: „Irgendwann werden wir an Grenzen geraten“

Berlin hat nach Czajas Angaben bereits rund 50.000 Flüchtlinge in diesem Jahr aufgenommen - und will nun mit Brandenburg reden.

Koordinierungsstab für Flüchtlinge in Berlin: Mario Czaja (CDU) will gemeinsame Lösung mit Brandenburg

Koordinierungsstab für Flüchtlinge in Berlin: Mario Czaja (CDU) will gemeinsame Lösung mit Brandenburg

Foto: Reto Klar

Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) will in Zukunft Flüchtlinge aus der Hauptstadt in Brandenburg unterbringen. „Irgendwann werden wir an Grenzen geraten“, sagte er am Montag bei einem Rundgang durch neue Flüchtlingsunterkünfte im früheren Flughafen Tempelhof über die endlichen Kapazitäten der Hauptstadt.

Czaja appellierte an Brandenburg, Berlin zu helfen. Man müsse man zu einer gemeinsamen Lösung kommen, und Flüchtlinge aus Berlin auch in leerstehenden Gebäuden in Brandenburg unterbringen. In den ostdeutschen Bundesländern stünden eine Million Wohnungen leer.

In diesem Jahr hat Berlin laut Czaja bereits rund 52.000 Flüchtlinge aufgenommen. Pro Tag kämen derzeit etwa 600 bis 700 neue Asylbewerber nach Berlin. Allerdings verlässt auch eine beträchtliche Anzahl von Flüchtlingen die Hauptstadt wieder.

Bald 2300 Flüchtlinge in Tempelhof

In Berlins größter Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Flughafen Tempelhof wohnen bald 2300 Menschen auf relativ engem Raum: In einen zweiten Hangar des ehemaligen Flughafens sind am Sonntag die ersten Flüchtlinge eingezogen. 840 Menschen können dort wohnen. Ein erster Hangar ist mit 660 Menschen bereits voll belegt. Ein dritter Hangar wird für weitere 800 Menschen vorbereitet.

Die anderen vier Flugzeuggaragen kommen nicht in Betracht, weil sie zum Teil für Veranstaltungen gebraucht werden. Geplant ist die Unterbringung von Flüchtlingen in dem Flughafengebäude mindestens bis zum nächsten Jahr. Anders lässt sich der Andrang nicht bewältigen.