Fall Mohamed und Elias

Der Vater von Silvio S. spricht über die Morde seines Sohnes

Ihr Sohn hat zwei Kinder ermordet. Nun sprechen Dieter und Astrid S. über die Taten ihres Sohnes - und was sie nun empfinden.

Die Polizei transportiert das Auto von Silvio S. vom Wohnhaus seiner Eltern ab

Die Polizei transportiert das Auto von Silvio S. vom Wohnhaus seiner Eltern ab

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Nach den grausamen Verbrechen an zwei kleinen Jungen fragen sich in der Region viele Menschen, was den 32-jährigen Silvio S. dazu bringen konnte. Die Angehörigen des mutmaßlichen Sexualmörders aus dem kleinen brandenburgischen Dorf Kaltenborn westlich von Jüterbog (Teltow-Fläming) bilden da keine Ausnahme. Das zeigen Aussagen der Eltern, die am Wochenende von der Zeitung „BZ“ veröffentlicht worden sind.

Der 70-jährige Dieter S., Rentner und ehemaliger Schäfer, beschreibt dabei, wie die Angabe der Polizei, in Silvios Auto liege ein totes Kind, ihn und seine Frau Astrid in einen Schockzustand versetzt habe. Seit diesem Moment seien sie beide mit den Nerven am Ende und hätten viel geweint. Silvio habe gut mit Kindern umgehen können und sei von ihnen gemocht worden. Ihr Sohn habe sich auch immer sehr um seine Nichten und Neffen gekümmert und ihnen zu Geburtstagen Geschenke gekauft.

Dass ihr Sohn den kleinen Mohamed im Obergeschoss ihres Hauses tötete, hätten sie nicht bemerkt. Ihr Sohn habe seine Wohnstube im zweiten Stock gehabt, im Dachboden darüber zwei weitere Zimmer, so der Vater. Nach seinen Nachtschichten als Wachmann hätten die Eltern Silvio S. regelmäßig beim Frühstück gesehen, danach habe sich der 32-Jährige immer schlafen gelegt, bevor er dann nach dem Abendessen zur Arbeit fuhr.

Der tote Mohamed lag in einer Plastikwanne

Silvios 52 Jahre alte Mutter Astrid S. hatte die Polizei informiert, nachdem sie und ihr Mann ihren Sohn auf einem Fahndungsfoto erkannt hatten. Danach hatten die Eltern Silvio S. dazu befragt, doch der habe anfangs nicht geantwortet. Auch als Astrid S. dann am nächsten Morgen, Donnerstagfrüh vergangener Woche, ihm erklärte, sie werde die Polizei einschalten, habe er nicht versucht, sie davon abzuhalten. Als die 52-Jährige zum Telefonhörer griff, sei Silvio sofort aus dem Haus gestürmt. Auf die Frage, wo er hinwolle, habe er geantwortet: „Ein Beweismittel holen.“ Als der 32-Jährige mit seinem weißen Dacia Lodgy zurückkehrte, hatte er den toten Mohamed im Kofferraum des Wagens, in einer Plastikwanne liegend.

Am darauf folgenden Tag soll Astrid S. auf die Frage eines BZ-Reporters, wie es ihr gehe, gesagt haben: „Ich bin doch schon so gut wie tot.“ Noch am selben Tag entdeckte die Polizei auf dem Gelände einer von Silvio S. gepachteten Gartenlaube eine Kinderleiche, mit hoher Wahrscheinlichkeit die des bereits im Juli verschwundenen sechs Jahre alten Elias aus Potsdam.