Asyl

Bislang mehr als 51.000 Flüchtlinge in Berlin angekommen

Etwa 3000 Jugendliche ohne Familie kommen 2015 insgesamt. Jetzt beginnt eine neue Beauftragte für minderjährige Asylbewerber mit ihrer Arbeit

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In diesem Jahr sind bislang mehr als 51.000 Flüchtlinge in Berlin angekommen. Bis zum 4. September wurden demnach 22.064 aufgenommen. Am 5. September hatte dann die Verteilung der über die Balkanroute nach Bayern kommenden Flüchtlinge begonnen. Seitdem seien in Berlin 29.122 Menschen neu hinzugekommen, so die Sozialsenatsverwaltung am Sonnabend.

Mit dem anhaltenden Flüchtlingsandrang ist auch die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen stark gestiegen. Allein im dritten Quartal wurden rund 1500 junge Asylbewerber unter 18 Jahren erfasst, wie die Jugendverwaltung mitteilte – doppelt so viele wie im ganzen ersten Halbjahr 2015. Deshalb wird ihre Erstunterbringung auch immer schwieriger.

Die Koordinatorin war sieben Jahre lang Stadtentwicklungssenatorin

Bei dieser Aufgabe soll von Montag an Ex-Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) helfen. „Als ehemalige Senatorin für Stadtentwicklung kennt sie sich bestens in dem Metier aus“, sagte ein Sprecher der Jugendverwaltung. Die SPD-Politikerin – von 2004 bis 2011 Senatorin – soll die Arbeitsabläufe bei Erfassung und Betreuung der Jugendlichen straffen und das Personal koordinieren und wird den „Koordinie- rungsstab unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF)“ leiten.

Im September wurde mit 691 Zugängen ein neuer Rekord bei unbegleiteten Jugendlichen verzeichnet, die einen besonderen Schutz genießen und für die die Jugendverwaltung zuständig ist. Bis zum Jahresende wird ihre Zahl auf rund 3000 allein in Berlin geschätzt. Die Erstaufnahmestelle des Landes in der Wupperstraße in Lichterfelde war Mitte April abgebrannt. Es bestehe der Verdacht, so die Ermittler, dass ein Bewohner des Heims gezündelt habe. Inzwischen ist die Erstaufnahme- und „Clearingstelle“ wieder in der Wupperstraße untergebracht. Doch es werden dringend weitere Unterkünfte gebraucht.

Unterdessen berichtet die Senatsinnenverwaltung, dass Berliner Fußball-Hooligans gegen Flüchtlinge aktiv sind. Für einen im August auf eine Unterkunft in Marzahn verübten versuchten Brandanschlag gelten Mitglieder vom damaligen „Bündnis deutscher Hools“ als mutmaßliche Initiatoren.