Sexualmorde

Einzelgänger Silvio S. laut Ermittler „mobil und flexibel“

Mit einer Kinderleiche im Auto fuhr Silvio S. laut seiner Aussage ein Geschenk für seine Cousine kaufen. Was ist das für ein Mensch?

Die Polizei transportiert das Auto von Silvio S. ab. Darin hatten die Ermittler die Leiche von Mohamed entdeckt

Die Polizei transportiert das Auto von Silvio S. ab. Darin hatten die Ermittler die Leiche von Mohamed entdeckt

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Über den mutmaßlichen Doppelmörder Silvio S. ist nach wie vor wenig bekannt. Die Ermittler beschreiben ihn als Einzelgänger, der in keiner festen Beziehung lebt. Er sei mobil und flexibel, weswegen man auch prüfe, ob es nicht doch einen Bezug zu dem Verschwinden der fünfjährigen Inga Anfang Mai in Stendal in Sachsen-Anhalt gibt. „Er hätte durchaus auch dorthin fahren können, genau so wie nach Berlin zum Lageso“, so ein Ermittler.

Er sei bei seiner Vernehmung zunächst kooperativ gewesen, habe dann aber auf Anraten seiner Anwälte erklärt, keine Aussagen mehr machen zu wollen. Psychologen rätseln über die näheren Umstände. Es spreche alles dafür, dass der Täter nicht mit zwei Morden angefangen habe, sagte etwa der Polizei-Profiler Adolf Gallwitz der „Berliner Zeitung“ . Die anderen Taten müssten aber nicht unbedingt Morde sein. Gerichtsgutachter Frank Häßler sagte dem „Tagesspiegel“ (Samstag) es sei gut, dass die „Odyssee dieses Mannes ein Ende hat“, weil er sonst wahrscheinlich weitergemacht hätte.

Besonderes Verhältnis zu Kindern

Doch wann hat es angefangen? Offenbar hatte er zu jüngeren Kindern immer schon ein besonderes Verhältnis. Silvios Großmutter hat laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung von ihrem Enkel gesagt, dass Silvios Neffen und Nichten „verrückt nach ihm waren“. Silvio sei immer ein ruhiger Typ gewesen, habe nur einen Freund gehabt. Ein Klassenkamerad berichtet, dass er ein Sonderling gewesen sei. Man habe ihn gemobbt. Auch die Klassenlehrerin habe sich nicht hinter ihn gestellt.

Silvio S. wusste nicht, wohin mit der Leiche

Aus der Vernehmung kommen auch Merkwürdigkeiten zu Tage. So berichtet der Berliner Oberstaatsanwalt Michael von Hagen, dass Silvio S. noch kurz vor seiner Verhaftung den toten Jungen in den Kofferraum seines Dacia gelegt habe und dann mit ihm fortgefahren sei. „Nach seiner Aussage“, so von Hagen, „um noch ein Geschenk für seine Cousine zu kaufen, die Geburtstag hat.“ Andererseits sind da die klaren Überlegungen, den Leichnam in eine Plastikwanne zu legen und ihn mit zwei Paketen Katzenstreu zu überschütten.

Das sollte austretende Leichenflüssigkeit aufnehmen und so verhindern, dass ein unangenehmer Geruch ihn verraten könnte. Dieses Vorgehen macht aber auch klar, dass er zunächst nicht so recht wusste, was er mit dem toten Jungen machen sollte. Wie und wo er die Leiche loswerden würde.