Morgenpost-Ratgeber

Der Sandkasten wird zum Katzenklo – was können wir tun?

Ein Sandkasten in einer Wohnungsanlage muss sauber sein. Diesen Anspruch können die Eigentümer gegenüber Tierhaltern geltend machen.

Ein kleines Mädchen spielt im Sandkasten

Ein kleines Mädchen spielt im Sandkasten

Foto: fotototo / picture alliance / blickwinkel/f

Udo K., Berlin: Zu unserer aus 33 Eigentumswohnungen bestehenden Wohnanlage mit zum Teil vermieteten Wohnungen gehört auch ein Spielplatz auf dem gemeinsamen Parkgelände. Nun gibt es Beschwerden wegen der ständigen Verunreinigungen des Sandkastens durch Katzenkot. Kann man jetzt von allen betreffenden Eigentümern oder Mietern verlangen, ihre Katzen in der Wohnung zu halten? Und wie steht es mit einer Kostenumlage aller 33 Wohnungseigentümer für den eventuellen zusätzlichen Aufwand für die Säuberung oder den Austausch des Sandes beziehungsweise für Abdeckplanen? Oder beträfen diese Kosten vielleicht nur die Katzenhalter mit freilaufenden Katzen?

Carsten Brückner, Chef des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine, antwortet: Der in der Wohnungseigentumsanlage vorhandene Sandkasten ist für den Aufenthalt von spielenden Kindern bestimmt. Damit die Kinder im Sand spielen können, darf dieser keine Verunreinigungen aufweisen. Der Sandkasten dient keinesfalls als Tiertoilette für Katzen oder Hunde. Die Wohnungseigentümergemeinschaft hat einen Anspruch gegen Tierhalter, deren Tiere den Spielsand zur Verrichtung der Notdurft benutzen, auf Unterlassen.

Verursacher ist genau festzustellen

Darüber hinaus kann von den Tierhaltern, deren Tiere den Spielsand verunreinigen, der hierdurch entstehende Schaden geltend gemacht werden. Das setzt jedoch voraus, dass die Tiere beziehungsweise die Tierhalter genau festzustellen sind und dass die Verunreinigung durch das jeweilige Tier der einzige Grund dafür ist, dass der Spielsand dann ausgetauscht werden muss.

Da der Spielsand in regelmäßigen Abständen ohnehin auszutauschen ist, kommt ein voller Schadensersatzanspruch sicherlich nur dann in Betracht, wenn nach einem gerade stattgefundenen Austausch des Spielsandes eine nachweisbare Verunreinigung durch ein Tier stattfindet. Umso länger der Spielsand bereits vorhanden ist, umso geringer wird die von dem Verunreiniger zu übernehmende Schadensquote ausfallen.

Tiere nicht auf Spielplatz laufen lassen

Die Wohnungseigentümergemeinschaft kann denjenigen Eigentümern, die in der Wohnungseigentumsanlage Katzen halten, sicherlich nicht vorschreiben, dass die Katzen in den Wohnungen verbleiben müssen. Eine Vorgabe kann lediglich dahingehend erfolgen, dass die Tiere, die in der Wohnungseigentumsanlage gehalten werden oder zu Besuch kommen, nicht frei auf dem Kinderspielplatz laufen dürfen.

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