Sammelaktion

Berliner sollen Legosteine für Künstler Ai Weiwei spenden

Für sein nächstes Kunstprojekt ist der chinesische Künstler Ai Weiwei auf Spenden angewiesen. Er braucht kein Geld, sondern Legosteine.

In dieses Auto können durch das Schiebedach Legosteine für Ai Weiweis geplantes Projekt geworfen werden

In dieses Auto können durch das Schiebedach Legosteine für Ai Weiweis geplantes Projekt geworfen werden

Foto: Reto Klar

Falsch geparkt? Auf der Sommerterrasse des Martin-Gropius-Baus steht ein BMW. Einen Strafzettel wird es nicht geben, den Wagen ließ Ai Weiwei dort parken. Sozusagen als mobile Spendenbox auf vier Rädern. Euros sollen da nicht rein, sondern Legosteine. Ai Weiwei sucht jede Menge bunte Plastiksteinchen, die man durch das Schiebedach werfen kann.

Die Idee ist nicht so absurd, wie sie klingt. Für seine nächste Ausstellung „Andy Warhol/Ai Weiwei“ in Melbourne will der chinesische Künstler Porträts von 20 Bürgerrechtlern nachbauen – mit Legosteinen. Also macht er eine Großbestellung. Doch die Firma verweigert den Auftrag – ausgerechnet mit dem Hinweis auf Ai Weiweis politisches Statement.

Der 58-Jährige war geplättet, handelt es sich „doch um einen ganz respektablen Auftrag“. „Zensur“ wirft er den Lego-Chefs auf Instagram vor. Also gab es einen Internet-Spendenaufruf. Lego-Fans leerten ihre Kartons. „Wir haben genug“, sagte Ai Weiwei am Montag. Wahrscheinlich hat er sich verzählt – und nun sollen die Berliner ran an die Steine. Der Firma Lego wird die Aktion nicht gefallen. Doch da haben sie die Rechnung ohne den Polit-Künstler gemacht.