Schönefeld

Billig-Airline Ryanair will ihr Image verbessern

Die Fluggesellschaft Ryanair startet künftig mit fünf Maschinen von Schönefeld. Ferner arbeitet die Billig-Airline an einem besseren Image.

Ein neues Kapitel Luftfahrtgeschichte: Marketingchef Kenny Jacobs, Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider und eine Stewardess im neuen Outfit

Ein neues Kapitel Luftfahrtgeschichte: Marketingchef Kenny Jacobs, Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider und eine Stewardess im neuen Outfit

Foto: Bernd Settnik / dpa

Schönefeld.  Die Fluggesellschaft Ryanair hat offiziell ihre Basis auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld eröffnet. Die Gesellschaft startet und landet im Terminal C. In Schönefeld sind künftig fünf Maschinen des Typs Boeing 737-800 stationiert, die europäische Ziele anfliegen.

Vom 16. November an werden Berlin und Köln/Bonn durch sechs Flüge täglich verbunden. Damit macht Ryanair der Lufthansa-Tochter Germanwings sowie Air Berlin Konkurrenz. Ferner gab Ryanair eine neue Verbindung ab Schönefeld nach Zadar (Kroatien) für den Sommer 2016 bekannt. Diese wird vom 4. April an zweimal wöchentlich bedient. Insgesamt wird Ryanair im Sommer 2016 ab Schönefeld 27 Routen anbieten und so mehr als 3,5 Millionen Kunden pro Jahr befördern. Weitere Ziele sind Malta und Pisa. Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup erwartet drei Millionen Ryanair-Fluggäste in 2016.

Hohe Auslastung: Passagiere müssen mit Wartezeiten rechnen

Ryanair ist seit 30 Jahren auf dem Markt und auf Expansionskurs: „Wir haben zurzeit 317 Flugzeuge in der Luft. Im Jahr 2024 werden es 520 sein“, sagte Deutschland-Chef Tim Hove Schröder. „Berlin ist eine attraktive Destination mit Wachstumspotenzial“, sagte Schröder. Ferner habe Ryanair einen „guten Deal“ mit der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg vereinbart. Ein Flughafensprecher entgegnete: „Wir freuen uns auf Ryanair. Sie bezahlen die gleichen Preise wie andere Gesellschaften auch.“

Elmar Kleinert, Geschäftsleiter der Flughafengesellschaft, bezeichnete die jetzige Eröffnung der Basis als Gewinn für den Standort, für die Hauptstadtregion und für die Passagiere. Kleinert kündigte Umbauten am Terminal C, drei Extraschleusen für ein schnelleres Boarding von Passagieren mit Handgepäck sowie auch ein Erweiterungsgebäude an.

Schönefeld wächst weiter. Von Januar bis September 2015 konnten am Flughafen Schönefeld insgesamt 6.035.803 Passagiere gezählt werden, das sind 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit dem Beginn des Winterflugplans am vergangenen Wochenende und der Eröffnung der Ryanair-Basis in Schönefeld ist in den kommenden Wochen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Deshalb werden Passagiere gebeten, vor Beginn ihrer Reise bereits online einzuchecken und längere Wartezeiten einzuplanen.

Neues Carsharing-Angebot für Schönefeld

Immerhin haben Fluggäste künftig eine zusätzliche Option, zum Flughafen Schönefeld zu kommen: DriveNow, das Carsharing Joint Venture der BMW Group und der Sixt SE, hat den Flughafen Schönefeld an sein Geschäftsgebiet angebunden. Schönefeld ist damit neben Tegel der zweite Berliner Flughafen, an dem Kunden einen BMW oder Mini von DriveNow anmieten oder abstellen können.

Unterdessen sorgt die Billig-Airline für schlechte Nachrichten. Der Onlineplattform Flightright zufolge, einem Onlineportal für Fluggastrechte, lässt es das irische Unternehmen in 98 Prozent aller Schadenersatzforderungen wegen Verspätungen oder Flugausfällen auf eine Klage ankommen. Dazu entgegnete Ryanair-Deutschlandchef Schröder: „Reklamationen bewegen sich im Promille-Bereich.“

Seine Gesellschaft halte sich bei Reklamationen an die europäischen Vorschriften (EU-Verordnung 261/2004). „Ryanair ist sich der Tatsache bewusst, dass Flugunregelmäßigkeiten für seine Kunden mit Unnanemlichkeiten verbunden sind. Wir setzen alles daran, diese zu vermeiden“, so Schröder weiter. „An Spekulationen beziehungsweise Statistiken von Unternehmen, die Kompensationen eintreiben, beteilt sich Ryanair grundsätzlich nicht.“

Ryanair legt neues Kundenprogramm auf

Ryanair arbeitet an seinem schlechten Image. Es stammt aus der Zeit, als Passagiere selbst ihre Plätze in den Maschinen finden und zahlreiche Leistungen extra bezahlen mussten. Der neue Marketing-Chef Kenny Jacobs hat dazu ein neues Kundenprogramm aufgelegt.

So können Passagiere künftig zwei Handgepäckstücke an Bord nehmen. Flugzeuge erhalten ein neues Design mit besonders gestylten Sitzen, das Kabinenpersonal trägt neue Uniformen, die von Entwürfen einer 25-jährigen irischen Designerin stammen und farblich an Lufthansa erinnern.

Ferner ist eine Website in Arbeit, die nach Angaben der Firma Buchungen in zwei Minuten ermöglicht. Gegen einen Aufpreis gibt es bei Ryanair schnelles Boarding, einen Businesstarif und die Reservierung von Wunschplätzen.