Luftverkehr

Ryanair eröffnet Basis auf Flughafen Berlin-Schönefeld

In Schönefeld sind künftig fünf Maschinen des Typs Boeing 737-800 stationiert, die europäische Ziele anfliegen.

Ein Flugzeug von Ryanair vor dem Terminal des Flughafens in Schönefeld

Ein Flugzeug von Ryanair vor dem Terminal des Flughafens in Schönefeld

Foto: dpa

Die Fluggesellschaft Ryanair hat am Dienstag offiziell ihre Basis auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld eröffnet. Die Gesellschaft startet und landet im Terminal C. In Schönefeld sind künftig fünf Maschinen des Typs Boeing 737-800 stationiert, die europäische Ziele anfliegen. Vom 16. November an werden Berlin und Köln durch sechs Flüge täglich verbunden. Die innerdeutsche Strecke startete im September. Ferner gab Ryanair eine neue Verbindung ab Schönefeld nach Zadar (Kroatien) für den Sommer 2016 bekannt. Diese wird ab dem 4. April zweimal wöchentlich bedient.

Insgesamt wird Ryanair im Sommer 2016 ab Schönefeld 27 Routen anbieten und so mehr als 3,5 Millionen Kunden pro Jahr befördern. Weitere Ziele sind Malta und Palermo. Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup erwartet drei Millionen Ryanair-Fluggäste in 2016

Ryanair ist seit 30 Jahren auf dem Markt und auf Expansionskurs: „Wir haben zur Zeit 317 Flugzeuge in der Luft. Im Jahr 2024 werden es 520 sein", sagte Deutschland-Chef Tim Hove Schröder. „Berlin ist eine attraktive Destination mit Wachstumspotenzial", sagte Schröder. Zudem habe Ryanair einen „guten Deal" mit der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg vereinbart. Ein Flughafensprecher entgegnete: „Wir freuen uns auf Ryanair. Sie bezahlen die gleichen Preise wie andere Gesellschaften auch.“

11,2 Prozent mehr Passagiere in Schönefeld als im Vorjahr

Schönefeld wächst weiter. Von Januar bis September 2015 konnten am Flughafen Schönefeld insgesamt 6.035.803 Passagiere gezählt werden, das sind 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit dem Beginn des Winterflugplans am vergangenen Wochenende und der Eröffnung der Ryanair-Basis in Schönefeld ist in den nächsten Wochen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Deshalb werden Passagiere gebeten, vor Beginn ihrer Reise bereits online einzuchecken und längere Wartezeiten einzuplanen.

Immerhin haben Fluggäste künftig eine zusätzliche Option, zum Flughafen Schönefeld zu kommen: DriveNow, das Carsharing-Joint-Venture der BMW Group und der Sixt SE, hat den Flughafen Schönefeld an sein Geschäftsgebiet angebunden. Schönefeld ist damit neben Tegel der zweite Berliner Flughafen, an dem Kunden einen BMW oder MINI von DriveNow anmieten oder abstellen können.

Laut "Flightright" lässt Ryanair es oft auf Klagen ankommen

Unterdessen sorgt die Billig-Airline für schlechte Nachrichten. Der Online-Plattform Flightright zufolge, einem Online-Portal für Fluggastrechte, lässt es das irische Unternehmen in 98 Prozent aller Schadenersatzforderungen wegen Verspätungen oder Flugausfällen auf eine Klage ankommen. Dazu entgegnete Ryanair-Deutschlandchef Schröder: „Reklamationen bewegen sich im Promille-Bereich." Seine Gesellschaft halte sich bei Reklamationen an die europäischen Vorschriften.

Ryanair arbeitet an seinem angeschlagenen Image. Es stammt aus der Zeit, als Passagiere selbst ihre Plätze in den Maschinen finden mussten und zahlreiche Leistungen extra bezahlt werden mussten. Der neue Marketing-Chef Kenny Jacobs hat dazu ein neues Kundenprogramm aufgelegt. So können Passagiere künftig zwei Gepäckstücke an Bord nehmen. Flugzeuge erhalten ein neues Design mit besonders gestylten Sitzen, das Kabinenpersonal trägt neue Uniformen, die von Entwürfen einer 25 Jahre alten irischen Designerin stammen.

Online-Schnellbuchung in zwei Minuten

Außerdem ist eine Website in Arbeit, die nach Angaben der Gesellschaft Buchungen in zwei Minuten ermöglicht. Gegen Aufpreis gibt es bei Ryanair schnelles Boarding, einen Businesstarif und die Reservierung von Wunschplätzen. Elmar Kleinert, Geschäftsleiter der Flughafengesellschaft, bezeichnete die Eröffnung der Basis als Gewinn für die Flughafengesellschaft, für die Hauptstadtregion und für die Passagiere. Er kündigte Umbauten am Terminal C, drei Extraschleusen für ein schnelleres Boarding von Passagieren mit Handgepäck und ein Erweiterungsgebäude an.