Integrationsprobleme

Rassistische Rufe lösen Schlägerei zwischen Jugendlichen aus

Kreuzberger und Asylbewerber messen sich auf dem Fußballfeld. Als ein Jugendlicher Parolen auf den Platz ruft, kommt es zur Schlägerei

Ein Fußballspiel von Jugendlichen auf einem Kreuzberger Bolzplatz hätte ein positives Beispiel für die Integration von Flüchtlingen werden können. Doch ein unbeteiligter Zuschauer, der am Montagnachmittag rassistische Parolen auf den Platz rief, löste dann einen gewalttätigen Zwischenfall auf dem Spielfeld aus.

Kreuzberger Jugendliche und mehrere in der Nähe untergebrachte junge Asylbewerber gingen dann gegen 16.15 Uhr auf dem an der Urban- Ecke Graefestraße liegenden Platz mit Fäusten auseinander los, teilte die Polizei am Dienstag mit. Zuvor soll es nach Angaben von Anwohnern lautstark geführte Auseinandersetzungen gegeben haben, die schließlich eskalierten. Bei der Schlägerei mit etwa 30 Beteiligten seien mehrere Jugendliche beider Gruppen verletzt worden. Nach Polizeiangaben hätten sie jedoch eine ärztliche Behandlung abgelehnt.

Der jugendliche Störenfried, der die Streitigkeiten mit Rufen wie „Sch... Syrer“ nach Polizeiangaben ausgelöst hatte, verließ den Ort des Geschehens, bevor alarmierte Polizisten eintrafen. Gegen den Unbekannten werde nun wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Berichte, wonach der Unbekannte antisemitische Parolen geäußert haben sollte, wurden von der Polizei als falsch beschrieben. Unweit des Fußballfeldes befindet sich eine Unterkunft für Flüchtlinge an der Müllenhoffstraße. Direkt neben dem Platz existiert ein Jugendklub.

Im Wohngebiet an der Urbanstraße scheint der Streit auf dem Bolzplatz die Diskussion um die Integration weiter anzuheizen. „Es kommt offenbar vermehrt zu Revierkämpfen in denen die bereits seit Jahren im Kiez ansässigen Jugendlichen versuchen ihre Besitzansprüche geltend zu machen“, sagte eine Frau am Dienstag, die ihren Namen nicht nennen wollte.

Andere Anwohner sind der Meinung, dass immer wieder jugendliche Flüchtlinge, die erst seit wenigen Tagen an der Müllenhoffstraße untergebracht sind, in gewaltbereiten Aktionen verwickelt sein würden. So habe man mehrfach beobachtet wie offensichtlich Drogendealer versuchen neue „Helfer“ aus den Reihen der Neuankömmlinge an der Müllenhoffstraße zu rekrutieren. Diese versuchen dann ihre „Ware“ an den Mann zu bringen.