Flüchtlinge in Berlin

Unterkunft im Flughafen Tempelhof ohne Duschen

Die Unterkünfte für Flüchtlinge werden in Berlin immer spartanischer. In Tempelhof fehlen Duschen. Am Halemweg eröffnet ein neues Heim.

660 Schlafplätze für Flüchtlinge sind inzwischen im Hangar 1 auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof geschaffen worden - rund 60 sind bisher belegt. Die ersten Flüchtlinge zogen in der Nacht zum Montag und am Morgen ein. Weitere sollten am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag folgen, sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Regina Kneiding. Zudem sollte eine weitere Notunterkunft am Halemweg in Charlottenburg mit bis zu 400 Plätzen öffnen. Senat und die BVG einigten sich unterdessen bei den Tickets für Asylbewerber. Sie sollen drei Monate gültig sein und werden künftig als Sachleistung und nicht mehr als Bargeld ausgegeben, sagte ein BVG-Sprecher.

Die Bedingungen in der riesigen, einstigen Flugzeughalle in Tempelhof sind spartanisch. In der dunklen, karg eingerichteten Hangarhalle stehen reihenweise weiße Zelte mit meist sechs Doppelstockbetten darin. Wenig Licht dringt durch die dichten Wände des Gebäudes nach innen. Toilettencontainer seien dort inzwischen aufgestellt, sagte Sprecherin Kneiding.

Toiletten, aber keine Duschen

Auf Duschcontainer müssen die Asylbewerber noch warten. Auch Duschen in dem im Winter geschlossenen Columbiabad in der Nähe konnten die Flüchtlinge zunächst nicht nutzen. Dies müsse noch mit den Bäderbetrieben organisiert werden, hieß es. In der neuen Unterkunft am Halemweg sind dagegen bereits Duschcontainer vorhanden. In dem ehemalige Schulgebäude seien zunächst 250 Plätze hergerichtet. Sie sind vorrangig für Familien gedacht.

Vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) warteten am Montag - wie immer nach einem Wochenende - wieder Hunderte Menschen auf den Abschluss ihrer Registrierung oder das Abholen von Geld. Schon in den frühen Morgenstunden drängelten sie sich um die besten Plätze.

Lageso-Chef Allert rügt prügelnde Security-Mitarbeiter

Lageso-Präsident Franz Allert verurteilte das harte Vorgehen von Sicherheitsleuten bei einer Schlägerei am Freitag im Wartebereich vor der Behörde. „Für das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte gibt es keinerlei Rechtfertigung. Die betroffenen Mitarbeiter der Security-Firma sind mit sofortiger Wirkung suspendiert worden“, erklärte Allert. Die Leitung der beauftragten Firma habe ihm zugesichert, dass diese Mitarbeiter nicht mehr beim Lageso eingesetzt würden.

Auf einem Video war zu sehen, wie drei Sicherheitsleute erst auf einen Asylbewerber und dann auf zwei weitere, die ihm zu Hilfe kamen, einschlugen und traten. Die Beteiligten zeigten sich wechselseitig bei der Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung an. Die Ermittlungen der Polizei dauerten an, sagte ein Sprecher.

Eine andere Schlägerei auf dem Lageso-Gelände beschäftigt in Kürze die Justiz: Für den 19. November ist ein Prozess gegen zwei Sicherheitsleute wegen Körperverletzung geplant, bestätigte der Sprecher der Berliner Strafgerichte, Tobias Kaehne. Bei Streitigkeiten soll ein Mann verletzt worden sein. Zu den Angeklagten soll der Chef der Sicherheitsfirma am Lageso gehören.