Berlin

Untermieter im Garten

Igel bauen derzeit ihre Winterquartiere. Menschen können dabei helfen

Berlin.  Es sind nicht gerade pflegeleichte Gäste, die in Hermsdorf und Konradshöhe sowie im Land Brandenburg in Neuzelle und in Dabendorf/Zossen einquartiert werden. Gerade jetzt, im Herbst, ist die Nachfrage nach den Unterkünften groß. Denn bei den vier Einrichtungen handelt es sich um Igelstationen, die von Mitgliedern des Arbeitskreises Igelschutz Berlin e.V. ehrenamtlich geführt werden. Der Winter steht bevor und nicht alle Jungtiere schaffen es, sich ausreichend Speck anzufuttern. Die rund 400 Vereinsmitglieder helfen Igeln, die es allein nicht schaffen würden, über die kalten Monate. Der Arbeitskreis behandelt und betreut nach eigenen Angaben jährlich rund 2000 kranke, verletzte und untergewichtige Tiere, bis sie wieder in die Natur entlassen werden können.

Doch wann benötigt ein Igel im Herbst tatsächlich Hilfe? Wie viel Gramm Körpergewicht muss er haben, um den Winter zu überstehen? Darüber gibt es bei Experten unterschiedliche Meinungen. Angaben des Naturschutzbundes Berlin (Nabu), über die die Berliner Morgenpost am Wochenende berichtete, verunsicherten Tierfreunde. Der Nabu hat nun seine Informationen auf Nachfrage präzisiert. „Kleine gesunde Igel, die jetzt im Oktober mit einem Körpergewicht von 300 Gramm gefunden werden, können sich noch genügend Reserven anfressen, um das notwendige Winterschlafgewicht zu erreichen und den Winter draußen zu überstehen“, sagte Ulrike Kielhorn am Montag. Grundsätzlich gelte, so der Nabu: Wer Igel fit für den Winter machen wolle, sollte seinen Garten fit für Igel machen. Denn Gärten seien für die nachtaktiven Tiere wichtige Lebensräume. Seit Mitte Oktober bauen Alttiere ihr Winternest und Jungigel versuchen – auch tagsüber – weiter an Gewicht zuzulegen. Das ideale Winterquartier besteht nach Angaben von Tier- und Naturschützern aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder in den Reisighaufen.

Wer einen Igel findet und sich nicht sicher ist, ob er tatsächlich Hilfe benötigt, sollte sich Rat holen, wie zum Beispiel bei den Experten des Arbeitskreises Igelschutz Berlin und seinen Igelstationen.

Mehr Informationen: igelschutzberlin.de