Demonstrationen

170 AfD-Anhänger demonstrieren vor CDU-Zentrale in Berlin

Nur wenige AfD-Demonstranten sind zu der Kundgebung in Tiergarten gekommen. Ihnen stehen 350 Gegendemonstranten gegenüber.

Rund 100 AfD-Anhänger versammelten sich vor der Bundeszentrale der CDU in Berlin

Rund 100 AfD-Anhänger versammelten sich vor der Bundeszentrale der CDU in Berlin

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Es sollte der erste große Auftritt der Alternative für Deutschland (AfD) in der Hauptstadt werden, stattdessen wurde es für die Partei eine große Enttäuschung. Statt der angekündigten 500 Teilnehmer versammelten sich am Sonnabendnachmittag nach Polizeiangaben gerade einmal 170 Anhänger zu einer angemeldeten Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Tiergarten, der Bundesgeschäftsstelle der CDU.

Dort standen die AfD-Anhänger etwa 350 Gegendemonstranten gegenüber, die einem gemeinsamen Aufruf aller im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien gefolgt waren. Die Polizei war mit 400 Beamten im Einsatz, um beide Gruppen konsequent auf Abstand zu halten. Zwischenfälle blieben nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zum späten Nachmittag zunächst aus, die Veranstaltung war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet.

Immer wieder übertönt von Sprechchören der Gegendemonstranten, kritisierten Redner auf der AfD-Kundgebung scharf den „ungebremsten“ Zuzug von Flüchtlingen. Ihre Veranstaltung stand unter dem Motto „Rote Karte für Merkel“. Im Vorfeld hatten die Veranstalter die Kundgebung als „Warmlaufen“ für eine Großveranstaltung der AfD am 7. November vor dem Roten Rathaus in Mitte bezeichnet. An dem Tag erwartet die AfD nach eigenen Angaben 10.000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet.

Der Protest der Gegendemonstranten am Sonnabendnachmittag verlief friedlich. Bei den etwa 350 Teilnehmern handelte es sich überwiegend um Anhänger der Parteien, die zu dem Protest aufgerufen hatten. Angehörige linksextremer und autonomer Gruppen waren nur vereinzelt sichtbar, auch sie blieben friedlich. Echte Chancen, zu den AfD-Anhängern vorzudringen, wie es einige Aktivisten zuvor in Internetaufrufen gefordert hatten, bestanden allerdings auch nicht. Die Polizei hatte zwischen beiden Gruppen einen knapp 100 Meter breiten Korridor geschaffen und hermetisch abgeriegelt. Die Gegendemonstranten wollten nach Ende ihrer Veranstaltung vor der CDU-Zentrale am Landwehrkanal entlang weiter zum Potsdamer Platz ziehen.

Ungeachtet der geringen Teilnehmerzahl will die AfD unabhängig von der geplanten Großkundgebung am 7. November künftig jede Woche in Berlin demonstrieren. Das kündigte ein Sprecher der Partei am Sonnabendnachmittag am Rande der Kundgebung an.