Gesprengt

Täter scheitern in Berlin immer öfter an Geldautomaten

Geldautomatenknacker sind in Kreuzberg ohne Beute geflohen. Es war bereits der dritte erfolglose Versuch in Berlin diesem Jahr.

Erneut haben unbekannte Täter versucht, einen Geldautomaten in Berlin zu sprengen. Doch das Gerät an der Skalitzer Straße in Kreuzberg hielt der Explosion stand

Erneut haben unbekannte Täter versucht, einen Geldautomaten in Berlin zu sprengen. Doch das Gerät an der Skalitzer Straße in Kreuzberg hielt der Explosion stand

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Unbekannte Täter haben am frühen Mittwochmorgen in Kreuzberg einen Geldautomaten gesprengt. Obwohl der Automat dabei nahezu komplett zerstört wurde, gelangten die Täter nicht an das Geld im Inneren des Gerätes. Sie mussten ohne Beute fliehen. Es war bereits der dritte gescheiterte Versuch in diesem Jahr in Berlin, durch Sprengung einen Geldautomaten zu leeren.

Es war gegen 3.30 Uhr, als Zeugen von einem lauten Knall an der Skalitzer Straße aufgeschreckt wurden. Sie alarmierten umgehend die Polizei. Den Beamten bot sich ein Bild der Verwüstung. Der Geldautomat, der an einem Wohnhaus montiert war, wurde durch die Explosion stark beschädigt. Wie ein Polizeisprecher erklärte, hätten die Täter ein explosives Gasgemisch in den Automaten eingeleitet und anschließend gezündet.

Durch die Wucht der Detonation wurden nach Angaben der Polizei die Eingangstür und Fenstergläser des Wohnhauses sowie Scheiben eines benachbarten Hauses zerstört. Trümmer flogen 30 Meter weit. Eine Anwohnerin erlitt durch einen Splitter eine leichte Verletzung. Die Ermittlungen hat ein Fachkommissariat beim Landeskriminalamt (LKA) übernommen.

Explosionen von Geldautomaten immer seltener

Nach Angaben der Polizei werden in Berlin immer seltener Geldautomaten durch Explosionen zerstört und ausgeraubt. „In diesem Jahr gab es insgesamt drei Versuche“, sagte ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost. „Es waren alles Fehlversuche, das heißt, die Täter sind nicht an das Geld herangekommen.“

Für das Vorjahr verzeichnete die Ermittlungsbehörde noch vier sogenannte vollendete Sprengungen. In diesen vier Fällen sprengten die Täter die Geldautomaten auf und konnten mit ihrer Beute flüchten. 2014 standen den vier „erfolgreichen“ Versuchen 23 versuchte Sprengungen gegenüber.

Ein möglicher Grund für den Rückgang dieser Taten sind die präventiven Maßnahmen der Polizei und der Banken und intensive Sicherheitsgespräche. Nach einer starken Häufung von Sprengungen in den Jahren 2013 und 2014 hatten viele Geldinstitute technisch aufgerüstet, um ihre Automaten besser zu schützen. So haben viele Geräte Sensoren, die während des Einleitens von Gasen Alarm auslösen. Außerdem enthalten die Geldkassetten Farbpatronen, welche die Banknoten mit Farbe einfärben. Dadurch wird die Beute unbrauchbar.

Mehr Sicherheit durch kleinere Hohlräume

Darüber hinaus erproben Hersteller der Automaten, die Geräte noch robuster zu bauen und die Explosionen durch Bauschaum abzuschwächen. Allein die Verkleinerung der Hohlräume führt nach Angaben von Experten dazu, dass weniger explosives Gas-Luft-Gemisch in die Bankautomaten eindringen könne.