Berlin

31-Jähriger ersticht Landsmann nach Streit um Quartier

Vor einem Moabiter Schwurgericht hat am Dienstag ein Prozess um die Tötung eines 30 Jahre alten Mannes aus Bosnien-Herzegowina begonnen. Angeklagt wegen Totschlages ist ein 31-jähriger Landsmann des Opfers. Hazim H. gab zu Beginn des Prozesses zu, den ein Jahr jüngeren Amir Ha. am 19. Juni gegen 0.10 Uhr an der Ecke Alt-Moabit/Krefelder Straße in Tiergarten erstochen zu haben.

Hazim H. war Wochen zuvor aus Bosnien-Herzegowina nach Berlin gekommen. Hier habe er, „um finanzielle Unterstützung und ein Quartier“ zu bekommen, einen Antrag auf Asyl gestellt. Er habe in Berlin jedoch nicht bleiben dürfen und sei nach Bielefeld und von dort aus nach Altena, eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, geschickt worden. In Altena habe er die Genehmigung erhalten, so der Angeklagte, bundesweit nach Arbeit suchen zu dürfen. Er habe dann von dort aus Kontakt mit Amir Ha. aufgenommen, und dieser soll ihm versprochen haben, ein Quartier in Berlin zu besorgen.

Als Hazim H. in die Hauptstadt kam, soll das spätere Opfer sein Versprechen jedoch nicht eingehalten haben. Nach Hazim H.s Beschreibung sei es dann in der Tatnacht vor einem Internetcafé mit Amir Ha. und dessen Cousins zu einem Streit gekommen. Amir Ha. habe ihn gepackt und ihm die Luft abgedrückt. Deswegen habe er in Todesangst zu seinem Messer gegriffen und zugestochen. Die Anklage geht bei der Tat dagegen von einem vorsätzlichen Angriff und auch einer Tötungsabsicht aus.