Bundesallee & Lageso

Mit Schildern werden Flüchtlinge ohne Termin abgewiesen

Wer sich als Flüchtling in Wilmersdorf registrieren lassen will, braucht einen Termin. Den gibt es am Lageso. Doch wo ist das?

Die neue Aufnahmestelle für Flüchtlinge in der ehemaligen Zentrale der Landesbank Berlin in Berlin-Wilmersdorf hat am Donnerstagmorgen eröffnet. Die ersten Asylsuchenden haben sich sich dort registrieren lassen. Doch nur wer einen Termin hat, kommt auch rein.

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Die Behörde ist nicht für den Besucherverkehr geöffnet. So sollen lange Warteschlangen wie vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit vermieden werden. Flüchtlinge müssen sich dennoch zuerst dort melden und sich einen Termin für die Bundesalle geben lassen. Haben die Asylbewerber ein Terminbändchen erhalten, werden sie mit Bussen zur neuen Behörde gebracht.

Am Morgen warteten jedoch einzelne Gruppen von insgesamt etwa 20 Flüchtlingen vor dem Gebäude in Wilmersdorf. Sie hatten von der Eröffnung der Aufnahmestelle gehört und waren ohne Termin dorthin gefahren. Sicherheitspersonal erklärte den Menschen, die nicht eingelassen wurden, dass sie sich zuerst am Lageso an der Turmstraße hätten melden müssen.

Wenig Informationen

Wie die Flüchtlinge dann dorthin gelangten ist unbekannt. Busse waren dafür offenbar nicht vorgesehen. Auch Infotafeln oder Handzettel gab es nicht. Vor der Zentrale hingen mehrere simple Schilder, die Asylsuchende ohne Termin an das Lageso verwiesen. In deutscher, englischer, französischer, arabischer und russischer Sprache stand auf den laminierten DIN-A4-Blättern: "Hier finden keine Sofort-Registrierungen statt. Bitte gehen Sie für die Anmeldung ins Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Turmstraße 21."

Flüchtlinge müssen offenbar auf sich allein gestellt herausfinden, wie sie dorthin kommen. So fehlt z.B. eine Angabe, in welchem Bezirk sich das Amt überhaupt befindet. Auch wird keine Telefonnummer oder Internetadresse angegeben, unter der sich Asylsuchende informieren können.

Ebenso fehlt ein Hinweis auf eine Nahverkehrsverbindung. So fährt in unmittelbarer Nähe die U-Bahn-Linie U9. Mit dieser können die Menschen vom Bahnhof Berliner Straße sechs Stationen direkt bis zum Bahnhof Turmstraße fahren. Doch das muss man wissen.

Hat ein Flüchtling kein Geld für ein BVG-Ticket, muss er die Strecke womöglich zu Fuß bewältigen. Ein Routenplaner gibt für den Weg eine Länge von etwa 5,5 Kilometern an, für die etwas mehr als eine Stunde Fußmarsch einberechnet werden.