Köllnischer Park

Eingeschläfert - Berliner Stadtbärin Schnute ist tot

Die Bärin Schnute wurde 34 Jahre alt, nun wurde sie eingeschläfert. Immer wieder gab es Kritik am Gehege im Köllnischen Park.

Stadtbärin Schnute in ihrem Gehege am Köllnischen Park. Sie wurde 34 Jahre alt

Stadtbärin Schnute in ihrem Gehege am Köllnischen Park. Sie wurde 34 Jahre alt

Foto: dpa

Berlins Stadtbärin Schnute ist tot. Sie wurde am Sonntag eingeschläfert. Das sagte eine Sprecherin des Bezirksamts Mitte am Montag. Das Wappentier, das in einem Gehege im Köllnischen Park in Mitte lebte, wurde 34 Jahre alt.

Das betagte Tier hatte gesundheitliche Probleme, es litt an Arthrose. Ein Tierschützer hatte zuletzt gefordert, Schnute einschläfern zu lassen. Zuvor gab es Forderungen nach einem Umzug in einen Bärenpark.

Schnute hatte seit mehr als zwei Jahren allein in ihrem Gehege gelebt. Im August 2013 war ihre Tochter Maxi mit 27 Jahren an Organversagen gestorben.

Im April hatte Tierschützer Stefan Klippstein der Berliner Morgenpost erklärt: „Schnute ist abgemagert und apathisch, sie hat offene Wunden am Hinterteil und große Probleme beim Laufen. Bei jeder Bewegung stöhnt sie und verzieht das Gesicht.“ Bereits damals hatte Klippstein, der sich jahrelang für die Umsiedelung der Bären in ein artgerechtes Freigehehe stark gemacht hatte, für die Einschläferung Schnutes plädiert.

Das Berliner Bärenbündnis, das 2012 als Zusammenschluss verschiedener Tierschutzorganisationen gegründet wurde, distanzierte sich jedoch von der Forderung, die letzte Stadtbärin einschläfern zu lassen. Doch nun wurden die Leiden des Tieres offenbar so groß, das Schnute erlöst wurde.

Überholter Zwinger

Der Bärenzwinger wurde in den 1930er-Jahren errichtet und gilt seit Langem als nicht mehr artgerecht. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren die Schließung des Bärenzwingers in Mitte gefordert und die Umsiedlung der letzten Tiere in einen Bärenpark gefordert. Tierschützer demonstrierten vor dem Rathaus, besetzten sogar den Zwinger und sammelten 23.000 Unterschriften für die Umsiedlung von Berlins Wappentieren. Noch während der Kampagne starb dann überraschend Maxi im August 2013.

Verschiedene Auffangstationen boten damals an, die letzte Bärin zu übernehmen. Doch die Bezirksverordneten-Versammlung entschied am 20. Februar 2014, dass Schnute bis zu ihrem Tod im Berliner Bärenzwinger bleiben solle. Schon vor einem halben Jahr hatte Klippstein erklärt, die Braunbärin sei gar nicht mehr in der Lage umzuziehen.

Obwohl der Zwinger vor einem Jahr umgestaltet wurde, ist es unwahrscheinlich, dass in der Anlage noch einmal Braunbären untergebracht werden. Von dem Umbau des Geheges habe Schnute schon nicht mehr profitieren können, so Klippstein. Es sei ein Wunder, dass Schnute überhaupt so alt geworden sei, „schließlich ist das hier die schlechteste Bärenhaltung in Deutschland. 35 Jahre hat Schnute auf Beton leben müssen, das ist Gift für ein Tier.“

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