Hochschulen

Mehr Angebote für Flüchtlinge an Unis - Wenige Dutzend Anmeldungen

An einigen Unis dürfen Flüchtlinge im Wintersemester als Gasthörer in Vorlesungen hineinschnuppern. Nur dabei soll es nicht bleiben. Doch mit wie vielen Interessenten haben die Hochschulen zu rechnen?

Die Humbold Universität in Berlin plant mehr Deutschkurse für Flüchtlinge.

Die Humbold Universität in Berlin plant mehr Deutschkurse für Flüchtlinge.

Foto: dpa

Die Berliner Universitäten wollen Flüchtlingen weitere Angebote machen. Die Humboldt-Universität (HU) plane etwa zusätzliche Deutschkurse, die auf den Zugang zu einem regulären Studium vorbereiten, wie eine Sprecherin mitteilte. Bald sollen zudem geschulte Jura-Studenten und Promovierende als Berater zu Asyl- und Aufenthaltsrechtsfragen aktiv werden. Die Uni hatte vor einigen Wochen als erste in Berlin angekündigt, Flüchtlinge kostenfrei als Gasthörer zuzulassen. Die Teilnahme beantragt haben den Angaben zufolge bisher rund 35 Menschen, 300 informierten sich bei einer Veranstaltung.

Bundesweit sei in diesem Jahr mit bis zu 50 000 studierwilligen Flüchtlingen zu rechnen, wie Berlins Ex-Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner jüngst schätzte. Er ist jetzt Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Immatrikulation als Student ist für Flüchtlinge oft schwer: Zum Beispiel fehlen ihnen Zeugnisse oder ausreichende Deutschkenntnisse. An der Freien Universität (FU) hieß es, bei den regulären Studienplätzen sei die Zahl der Bewerber mit syrischer Staatsangehörigkeit zwar von 89 im vorigen Wintersemester auf 120 zum Wintersemester 2015/16 gestiegen. "Es ist aber aus der Bewerbung nicht ersichtlich, ob es sich um einen Flüchtling handelt oder nicht", teilte die Uni mit. Andere Unis nannten dazu keine Zahlen.

Zu den Chancen auf ein reguläres Studium haben sich in speziellen Sprechstunden der HU bisher knapp 100 Menschen beraten lassen. Davon sei der Großteil bereits seit einem bis zwei Jahren in Deutschland. Fast alle hätten eine entsprechende Vorbildung nachweisen können, so die Sprecherin weiter. Die TU teilte mit, bisher etwa 40 Flüchtlinge beraten zu haben. Sie bietet zum Wintersemester ebenfalls eine Art Gasthörerprogramm für Asylbewerber an. Im Einzelfall sollen Teilnehmer dabei auch Prüfungen ablegen können - Leistungen könnten dann auf ein späteres Studium angerechnet werden. Beim Programm der HU ist das bisher nicht möglich.

Auch die FU kündigte an, bereits in diesem Wintersemester ein spezielles Angebot machen zu wollen. Was genau sich realisieren lasse, wolle man noch im Oktober entscheiden. Die Universität der Künste (UdK) teilte mit, mögliche Angebote würden intensiv geprüft. Unter dem Dach der UdK, in der sogenannten "Grundschule der Künste", werde "in jedem Fall" eine Willkommensklasse für Kinder und Jugendliche angeboten.