Einheitsmomente

Deutsche Bank feiert Einheit mit einem Festakt in Berlin

Mit einem Festakt im Museum für Kommunikation würdigte die Deutsche Bank am Donnerstag den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung.

Einheitsmomente: Finanzmnister Wolfgang Schäuble, Bankchef Jürgen Fitschen

Einheitsmomente: Finanzmnister Wolfgang Schäuble, Bankchef Jürgen Fitschen

Foto: Peter Adamik,Berlin / BM

Moderator Ulrich Wickert begrüßte neben mehr als 250 Gästen aus Politik und Wirtschaft Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, den Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, Profiboxer Henry Maske und die Künstlerin Cornelia Schleime.

Die im Jahr 1870 in Berlin gegründete Deutsche Bank war das erste Geldinstutut, das beim Start der Währungsunion am 1. Juli 1990 die DDR-Währung in D-MARK umtauschte. Sie zahlte insgesamt 120 Millionen D-Mark an DDR-Bürger aus.

„Der Prozess des Zusammenwachsens ist längst nicht zu Ende. Er wird uns weiter beschäftigen“, sagte Fitschen und bezog sich auf die aktuelle Flüchtlingskrise. „Geschichte hat auch mit Gegenwart und Zukunft zu tun.“ Die Flüchtlinge heute seien eine ähnlich große Herausforderung wie vor 25 Jahren, als zwei Staaten zusammenwuchsen.

Wie Schäuble die Vereinigung erlebte

Schäuble ließ im Gespräch mit Wickert das Zustandekommen der Einheit Revue passieren: 2+4-Gespräche, Einheitsvertrag, Währungsunion. Dass der 3. Oktober zum Tag der Einheit wurde, sei dem Verlauf der Verhandlungen geschuldet gewesen. „Ohne Europa hätte das nicht geklappt“, sagte Schäuble.

„Mir war als West-Berliner nie bewusst, dass ich in einer eingemauerten Stadt lebte“, erinnerte sich Schweitzer. „Den Umbruch erlebt zu haben, war ein unglaubliches Glück.“ Schleime erinnerte sich: „Das Bisherige war nichts mehr wert. Die Menschen mussten sich eine neue Biografie erarbeiten.“ Die Deutungshoheit hätten Menschen aus den alten Bundesländern gehabt.

Maske sieht sich als Gewinner der Einheit

„Die Mauer war unantastbar“, sagte Maske. Später sei es ein unfassbarer Moment gewesen, auf der Autobahn ohne Grenze durch Deutschland zu fahren. „Ich bin ein Gewinner der Einheit“, sagte Maske, der nach der Wende seine Profikarriere startete. Später habe er es als schwierig erlebt, dass in der öffentlichen Meinung „das Glas eher als halb leer betrachtet“ worden sei.