Prozess in Berlin

Über 100 Autos gestohlen - Fünf Jahre Haft für Haupttäter

In Berlin ist ein Autodieb verurteilt worden. Er hatte im Auftrag eines Hintermannes mehr als 100 Fahrzeuge gestohlen und verschoben.

Nach dem Diebstahl von mehr als 100 Fahrzeugen in Berlin muss einer der Täter für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht sprach den 31-Jährigen am Mittwoch des bandenmäßigen Diebstahls in 102 Fällen schuldig. Ein Mitangeklagter erhielt wegen Beihilfe drei Jahre und neun Monate Haft. Das Urteil entspricht im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Professionell sei die Bande vorgegangen und habe elektronische Tatwerkzeuge eingesetzt, hieß es im Urteil. Der Schaden liege bei 2,8 Millionen Euro.

Die Angeklagten hatten gestanden. Der 31-Jährige erklärte, im Auftrag eines Hintermannes gehandelt zu haben. „Mir waren die Konsequenzen nicht bewusst“, sagte der Familienvater. Der 27-jährige Mitangeklagte gab zu, bei 37 Taten Wache gestanden zu haben. Er sei dafür mit jeweils 200 Euro entlohnt worden.

Die Angeklagten hatten sich den Ermittlungen zufolge im April 2013 mit „mindestens einer weiteren unbekannt gebliebenen Person“ zur ersten Tat verabredet. Bis Februar 2015 seien insbesondere in den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Friedrichshain zumeist Modelle von Volkswagen entwendet und nach Osteuropa verschoben worden. Die Autodiebe hätten mit moderner Elektronik gearbeitet und per Laptop Wegfahrsperren überwunden. Mit Hilfe spezieller Software sei es ihnen gelungen, Fahrzeugdaten auszulesen.

Bei einigen Taten hatte die Polizei das Duo beobachtet. Im Februar wurden die Männer dann in einer Wohnung in Friedrichshain festgenommen. „Diese Wohnung sah aus wie eine Räuberhöhle“, sagte der Staatsanwalt am Rande des Prozesses. Es seien unter anderem Laptops als modernes Täterwerkzeug sichergestellt worden.