Studenten Aktion

Berliner Tiermedizin-Studenten lassen die Hüllen fallen

Veterinärmedizin-Studenten ziehen sich für einen Kalender aus - und lassen sich mit ihren tierischen Schützlingen ablichten.

Der Kalender „VetMen“ wird am 22. September in Berlin in der Uni-Bibliothek der Veterinärmedizin an der FU Berlin angeboten

Der Kalender „VetMen“ wird am 22. September in Berlin in der Uni-Bibliothek der Veterinärmedizin an der FU Berlin angeboten

Foto: Britta Pedersen / dpa

Studenten der Freien Universität in Berlin können sich ihre Kommilitonen nackt an die Wand hängen. Je nach Jahreszeit könnte ein Schwein dazukommen oder auch ein Waschbär. Der Grund: Männliche Tiermedizin-Studenten haben sich für einen Kalender spärlich bekleidet fotografieren lassen - mit ihren tierischen Schützlingen. So viel sei verraten: Wer gern nackte Männer mit Ratten auf der Brust betrachtet, kann sich auf einen heißen Herbst 2016 freuen.

Halbnackt mit drei Ratten

„Die Ratten hat eine Kommilitonin zur Verfügung gestellt, in deren Wohnung das Shooting stattfand“, erklärt FU-Student Felix Herrmann, der auf dem Oktoberbild des Kalenders „VetMen 2016“ halbnackt mit drei Ratten posiert. Dass er sich ausgerechnet mit den Nagetieren zeigt, hat Gründe: Er besaß selbst lange Zeit Ratten und hat daher eine besondere Beziehung zu ihnen.

„Ratten haben leider den Ruf, schmutzig und Überträger von Krankheiten zu sein“, erklärt der angehende Veterinärmediziner. „Als Haustiere sind sie jedoch ziemlich reinliche und sozial kompetente Tiere.“ Neben Ratten standen etwa ein Wollschwein, Schlangen oder ein Waschbär mit den jungen Männern vor der Kamera.

Von selbst haben sich die Studenten aber nicht mit dem Getier in erotische Pose geworfen: „Wir mussten doch große Überzeugungsarbeit leisten“, sagt die 25-jährige Rita Neumann, die für das Projekt zuständig ist. Unter den Studenten im Jahrgang seien nur wenige Männer. „Die paar, die wir haben, zeigen wir jetzt mal.“

Erlös soll Ball zum Staatsexamen finanzieren

Der Kalender soll nicht nur die Kommilitonen auf dem Campus erfreuen, sondern vor allem Geld in die Kasse der Studenten spülen, die derzeit im achten Semester sind. Mit dem Erlös wollen sie den Ball zu ihrem Staatsexamen finanzieren. Der sei zwar erst im elften Semester, sagt die 25-Jährige. Bis dahin kämen allerdings nur noch Praxis-Phasen, so dass die jungen Leute kaum Gelegenheit für Geldsammeln mit Kuchenverkauf & Co hätten. Der „VetMen“-Kalender wird für 5 Euro am Campus verkauft. 500 Exemplare sind gedruckt.

Die Ersten mit der Idee sind die angehenden Tierärzte nicht: Schon der Jahrgang zuvor sammelte Geld mit Hilfe eines solchen Erotikkalenders, wie die Projektleiterin erzählt. Auf dem Campus kam der gut an: Die damals produzierten 300 Stück seien allesamt vergriffen gewesen.

Auch die Greifswalder zogen blank

In die Schlagzeilen kam kürzlich eine ähnliche Aktion von Greifswalder Studenten: Um auf die Finanzmisere der Hochschule aufmerksam zu machen, ließen Studenten vor gut einem Jahr Aktfotos vor dem Hintergrund baufälliger Universitätsgebäude von sich machen. Der Verkaufserlös sollte an die Uni gehen. Damals ließen allerdings Männer und Frauen die Hüllen fallen.

Denkbar sei eine Frauenversion des Tiermediziner-Kalenders durchaus, sagt Projektleiterin Neumann. Möglicherweise gebe es ja im Jahr darauf auch eine Version mit beiden Geschlechtern. Die 25-Jährige selbst ist allerdings ganz froh, dass sie nur hinter der Kamera mitgewirkt hat. Ob sie sich selbst für einen solchen Kalender ausziehen würde? „Ich glaube eher nicht.“