BER Flughafen

CDU attackiert den Regierenden Bürgermeister Müller

Neue Panne am Großflughafen BER: Koalitionspartner kritisiert auch den Flughafenchef – und fühlt sich mangelhaft informiert.

Hart in der Kritik: Michael Müller (SPD)

Hart in der Kritik: Michael Müller (SPD)

Foto: Soeren Stache / dpa

Der künftige Berliner Großflughafen (BER) sorgt verlässlich für Nachrichten. Am Sonntag teilte die Flughafengesellschacht mit, dass aus Sicherheitsgründen Teile des Terminals gesperrt werden mussten. Demnach besteht Einsturzgefahr, weil einige der installierten Rauchgasventilatoren schwerer seien als geplant.

Was wie eine neue Posse klingt, erzürnt auch den Koalitonspartner CDU. Stefan Evers, Sprecher der CDU-Fraktion im Untersuchungsausschuss BER, kritisierte am Montag angesichts der neuen „Hiobsbotschaft“ die Informationspolitik der Flughafengesellschaft - und auch den Aufsichtsratsvorsitzenden und Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

„Es kann nicht angehen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats erst die Zeitung lesen müssen, um von derart gravierenden neuen Problemen am BER zu erfahren. Das zeigt leider, dass die Geschäftsführung ein ernstes Kommunikationsproblem in der Flughafengesellschaft hat. Und es zeigt auch, dass es große Lücken in den ohnehin viel zu umfangreichen Mängellisten gibt.“

Abgeordneter fordert „reibungslosen Informationsfluss“

Frühere Flughafen-Geschäftsführer hätten den Aufsichtsrat bewusst über den Zustand auf der Baustelle getäuscht - „dieser wird offenbar nicht einmal mehr von den eigenen Leuten informiert“, bemängelt Evers in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung. Dies gefährde „das Vertrauen in Flughafenchef Mühlenfeld und Technikchef Marks ganz erheblich“.

Evers fordert den Aufsichtsratsvorsitzenden und Regierenden Bürgermeister Michael Müller auf, „umgehend für einen reibungslosen Informationsfluss in der Flughafengesellschaft zu sorgen“. Der Abgeordnete kritisiert, dass Müller nicht dazu bereit gewesen war, „den Aufsichtsrat mit der fachlichen Expertise zu verstärken, die es in einer solchen Situation dringend bräuchte.“

Evers selbst zweifelt daran, dass der geplante BER-Eröffnungstermin in der zweiten Hälfte 2017 noch realistisch ist und erwartet von Müller dazu eine „ehrliche Aussage“.