Schönefeld

Neuer Pfusch - Statikprobleme am BER-Terminal

Ein Teil des Terminals des BER musste vorsorglich gesperrt werden. Teile der Entrauchungsanlage sind zu schwer für das Hallendach.

Berlin. Neuer Bau-Pfusch am Hauptstadt-Flughafen BER in Schönefeld: In drei von 20 Deckenfeldern des Terminals wurden Rauchgasventilatoren eingebaut, die schwerer sind als geplant. Aus Sicherheitsgründen mussten Teile des Terminals gesperrt werden. Die Ventilatoren waren vor der für 2012 geplanten Eröffnung montiert worden, wie die Flughafengesellschaft FBB am Sonntag mitteilte. Die Statik der Bühnen, auf denen die Ventilatoren montiert wurden, müsse neu berechnet werden. „Die FBB wird dies nun angehen“, teilt das Unternehmen mit. Die FBB habe die betroffenen Bereiche vorschriftsmäßig gesperrt. „Nach der Korrektur der Bühnen werden diese Bereiche wieder frei zugänglich sein.“

Wie lange die Arbeiten dauern werden und mit welchen Kosten sie verbunden sind, wurde nicht mitgeteilt. Auch die Frage, ob die Reparatur den Eröffnungstermin gefährden könnte, blieb zunächst offen. Am Flughafen heißt es, es handele sich hier um ein kleines beherrschbares Problem.

Derzeit wird ein Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 angepeilt, der aber nach der Pleite des Gebäudeausrüsters Imtech ins Wanken geraten könnte. „Die Insolvenzanmeldung der Imtech Deutschland im August hat die Situation auf der Baustelle zusätzlich erschwert“, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld kürzlich.

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Ein weiterer Grund der Terminalsperrung, die am vergangenen Freitag erfolgte, sind die Vorbereitungen für den Einbau der Entrauchungsschornsteine im Terminaldach. In diesem Zusammenhang hatte die FBB die tatsächlichen Dachlasten nochmals geprüft. Die Schornsteine sind erforderlich, weil die vorhandene Entrauchungsanlage in drei autonome Entlüftungen aufgeteilt wird. Ursprünglich sollte Rauchgas in einem Brandfall durch den Keller abgeleitet werden. Nun wird die Schornstein-Variante gewählt. Dabei wurde der Mitteilung zufolge die Richtigkeit der Statik des BER-Terminals gutachterlich bestätigt: „Der Vergleich des Globalmodells zeigt, dass die vorhandenen Ausbaulasten die in den Planungen angenommenen und statisch nachgewiesenen Lasten nicht überschreiten und damit die bisher geführten statischen Nachweise weiterhin ihre Gültigkeit haben.“ Andreas Otto, baupolitischer Sprecher und Grünen-Obmann im BER-Untersuchungsausschuss, fürchtet „weitere Millionenkosten und Verzögerungen, wenn das Dach des BER-Terminals verstärkt werden muss“. Er will das Thema in der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses ansprechen.

Die Fluggastzahlen auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld sind derweil weiter gestiegen. Im August starteten und landeten 2,7 Millionen Passagiere. Das ist ein Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Januar bis August nutzten insgesamt mehr als 19 Millionen Passagiere die Flughäfen Schönefeld und Tegel, ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der neue Flughafen BER war zunächst für 20 Millionen Passagiere gebaut worden. Nach der Erweiterung des Terminals durch den Anbau eines Seitenflügels können knapp 30 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Trotzdem wird der neue Flughafen schnell an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Die FBB geht von einer jährlichen Steigerung des Fluggastaufkommens in Höhe von fünf bis sechs Prozent aus, wie Flughafensprecher Lars Wagner sagte.