Kirche

Berliner Katholiken haben einen neuen Erzbischof

Heiner Koch führt nun das Erzbistum. Der gebürtige Düsseldorfer trat mit einem feierlichen Gottesdienst sein Amt an.

Der neue  Erzbischof von Berlin: Heiner Koch hat sein Amt angetreten

Der neue Erzbischof von Berlin: Heiner Koch hat sein Amt angetreten

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin hat einen neuen Erzbischof. Mit einem Festgottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale wurde Heiner Koch am Samstag als neues Oberhaupt des Erzbistums Berlins in sein Amt eingeführt. Der 61-Jährige war bisher Bischof in Dresden-Meißen. Er ist Nachfolger von Rainer Maria Kardinal Woelki, der im September vergangenen Jahres von Berlin als Erzbischof nach Köln wechselte.

Koch steht künftig an der Spitze von knapp 410.000 Katholiken, davon leben allein in Berlin rund 325.000. Sein Erzbistum umfasst neben Berlin Teile Brandenburgs und Vorpommerns.

Koch rief in seiner Predigt zur Solidarität mit Flüchtlingen auf. Es sei Christenpflicht, sich in die Gesellschaft einzumischen und keinen Menschen auszugrenzen. Zugleich betonte der neue Erzbischof seinen Willen zur Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen und zum interreligiösen Dialog. Es sei ein großes Vorhaben, „Gottes Wort der Gesellschaft nahe zu bringen“, sagte Koch.

Bundestagspräsident Lammert und Berlins Regierender Bürgermeister Müller dabei

An dem Gottesdienst mit mehreren hundert Besuchern nahmen unter anderen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und mehr als 20 weitere Bischöfe aus dem In- und Ausland sowie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teil.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, lobte in einem Grußwort die bereits bestehende gute Zusammenarbeit mit dem Erzbistum. In der Hauptstadtregion stünden beide Kirchen vor gemeinsamen Aufgaben. So sei es aktuell ein Gebot der Humanität, eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu schaffen, sagte Dröge.

Gemeinden vor Fusion

Koch war am 8. Juni von Papst Franziskus zum Erzbischof von Berlin ernannt worden. Der promovierte Theologe war seit Anfang 2013 katholischer Bischof in Dresden. Koch muss im Erzbistum Berlin die von seinen Vorgängern eingeleiteten Fusionsprozesse von Gemeinden fortführen. Dabei sollen mehr als 100 Gemeinden zu 30 Großgemeinden zusammengelegt werden. Außerdem wird ihn die Sanierung und der kontrovers diskutierte Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale beschäftigen. Koch ist in der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Kommission Ehe und Familie. Kardinal Marx sagte Koch für seine künftige Arbeit die Unterstützung der Bischofskonferenz zu. Es sei eine besondere Verpflichtung der katholischen Kirche, in der Hauptstadt präsent zu sein.

Die feierliche Amtseinführung übernahm der dienstälteste Bischof der Berliner Kirchenprovinz, der Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt. Zur Kirchenprovinz gehören neben dem Erzbistum Berlin und dem Bistum Görlitz auch das Bistum Dresden-Meißen. Zuvor hatte Koch vom Apostolischen Nuntius in Deutschland, Nikola Eterovic, die Ernennungsurkunde des Papstes und von seinem Vorgänger Woelki den Bischofsstab überreicht bekommen.

Koch stammt aus Düsseldorf. Mit 26 Jahren wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht. Als Generalsekretär war er von 2002 bis 2005 maßgeblich für die Vorbereitung des Weltjugendtags in Köln verantwortlich. 2006 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof im Erzbistum Köln. Koch wird als neuer Erzbischof zunächst in einem Pfarrhaus in Berlin-Lichterfelde wohnen, will aber „perspektivisch“ näher an die Kathedrale am Bebelplatz ziehen. Sein Vorgänger Woelki hatte im Multikulti-Stadtteil Wedding gelebt.