Luftfahrtmesse

ILA-Gelände in Schönefeld könnte Flüchtlingszentrum werden

Auf dem ILA-Gelände in Schönefeld entsteht womöglich ein Verteilzentrum für Flüchtlinge. Eine längerfristige Nutzung könnte die ILA gefährden.

In Reih und Glied: Die  Internationalen Luftfahrtausstellung könnte ausfallen

In Reih und Glied: Die Internationalen Luftfahrtausstellung könnte ausfallen

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Auf dem Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) am Flughafen Schönefeld könnte ein Verteilzentrum für Flüchtlinge entstehen. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg prüften das derzeit, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Messe Berlin, Veranstalter der ILA. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte der Sprecher. Die Messe sei aber in jedem Fall kooperationsbereit.

In Schönefeld waren in den vergangenen Tagen bereits mehrere Sonderzüge mit Flüchtlingen eingetroffen. Die Hallen auf dem ILA-Gelände stehen derzeit leer. „Genügend Fläche wäre da“, hieß es bei der Messe. Das Gelände müsse aber vorbereitet werden, die sanitären Anlagen reichten nicht aus. So gebe es zwar Toiletten, aber beispielsweise keine Duschen.

Mit einer Entscheidung über die Zukunft des ILA-Geländes wird bereits in den nächsten Tagen gerechnet. Sollte es für Flüchtlinge genutzt werden und das nicht nur kurzfristig, gebe es für die Luftfahrtmesse mit ihren Flugshows keinen alternativen Veranstaltungsort, so heißt es.

Veranstalter setzt auf ILA 2016 in Schönefeld

Der Veranstalter, der Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), geht aber von einer ILA 2016 in Schönefeld. "Der BDLI setzt voll auf die Durchführung der ILA ", sagte Sprecherin Cornelia von Ammon der Berliner Morgenpost: Sie verwies auf eine 2015 abgeschlossene Vereinbarung mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Messe GmbH, die bis zum Jahr 2020 gelte.

"Die Vereinbarung beinhaltet alle erforderlichen Voraussetzungen für eine Luftfahrtveranstaltung alle zwei Jahre an der künftigen Südbahn des künftigen Hauptstadtflughafens BER." Der Verband habe derzeit keinen Anhaltspunkt, dass die Flugshow dort im nächsten Jahr vom 1. bis 4. Juni nicht stattfinden könne.