Finanzen

Berliner Sport bekommt mehr Geld

Der Sportausschuss stockt Mittel auf zwölf Millionen Euro auf. Doch der Sanierungsstau bei Anlagen bleibt.

Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin, hatte die knappe Finanzierung der Sportverbände und -vereine kritisiert

Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin, hatte die knappe Finanzierung der Sportverbände und -vereine kritisiert

Foto: dpa Picture-Alliance / Bernd von Jutrczenka / picture alliance / dpa

Der Berliner Sport erhält in den kommenden beiden Jahren mehr Geld als geplant. Der Sportausschuss des Abgeordnetenhauses korrigierte den Haushaltsplan nach oben. „Wir waren uns mit den Kollegen einig, dass wir aufsatteln müssen“, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU, Peter Trapp. „Es ist eine sinnvolle Aufgabe, den Sport insgesamt voranzubringen, nicht nur die Bäder.“

Zuvor hatte der Präsident des Landessportbundes, Klaus Böger, die knappe Finanzierung der Sportverbände und -vereine kritisiert. Überrascht habe der LSB zur Kenntnis genommen, dass außer für die Schwimmbäder der Sport in den kommenden beiden Jahren nicht mehr, sondern in vielen Bereichen sogar weniger Geld erhalten soll. „Wir fordern eine Vereinbarung mit dem Senat, die uns eine Minimalförderung garantiert“, sagte LSB-Präsident Klaus Böger.

Der Sportausschuss beschloss jetzt, den Landeszuschuss um eine knappe Million Euro auf 12,2 Millionen Euro zu erhöhen. Eine mittelfristig garantierte Förderung auf dieser Basis erfolgte allerdings nicht. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte LSB-Direktor Heiner Brandi. „Wir wollen ja keine Fortschreibung der Förderung bis in alle Ewigkeit, sondern fordern mittelfristige Planungssicherheit.“

Seit Jahren sinkt der Zuschuss aus den Lottomitteln

Den Hintergrund für den Aufschrei des Sports bildet der Rückgang der Einnahmen aus dem Lottogeschäft. 25 Prozent der Einnahmen fallen an den Sport, doch die Einnahmen sinken seit Jahren. Erhielt der LSB im Jahr 2002 noch 10,7 Millionen Euro aus den Lottomitteln, so sind es dieses Jahr nur noch acht Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum stieg die Mitgliederzahl jedoch von 537.000 auf 620.000. Dazu kommen noch rund eine halbe Million Berliner, die zwar regelmäßig Sport treiben, aber nicht in einem Verein organisiert sind.

Mehr Geld bekommt der LSB jetzt vor allem für die Beschäftigung von Kinder- und Jugendtrainern. Die ursprünglich veranschlagten Mittel hätten eine Reduzierung der Stellen bedeutet oder eine Verringerung der Entlohnung von derzeit 2,60 Euro je Stunde. Die Drohkulisse ist jetzt vom Tisch, wenn das Abgeordnetenhaus die Beschlüsse des Sportausschusses billigt. „Damit kann der LSB zufrieden sein“, sagte Trapp.

Sanierungsbedarf wird mit 160 Millionen Euro beziffert

Handlungsbedarf sieht der Landessportbund jetzt noch bei den Sportstätten. Der Sanierungsbedarf liegt laut LSB bei rund 160 Millionen Euro, jährlich gibt das Land jedoch lediglich neun Millionen zur Instandhaltung maroder Sportanlagen. Um den Verfall nicht weiter fortschreiten zu lassen, wäre nach Angaben des LSB mindestens das Doppelte nötig.