Berlin

Ein Fest im Zeichen der Flüchtlinge

Bundespräsident Joachim Gauck empfängt Bürger im Schloss Bellevue

Ganz kurz wird dann auch Joachim Gauck zum Flüchtling. Als ein Regenschauer auf Berlin niederprasselt, sucht der Bundespräsident Schutz im Zelt von Partnerland Israel. Dabei hatten die Moderatorinnen auf der Bühne noch das Gegenteil versprochen: „Ehrenamt kennt kein schlechtes Wetter.“

Der Regen hört dann bald auf, Gauck kann den Rundgang durch seine eigenen Garten fortsetzen. Der Bundespräsident hat zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue geladen, 6000 Gäste sind gekommen, man feiert das ehrenamtliche Engagement der Deutschen. Und natürlich dreht sich viel um das alles beherrschende Thema Flüchtlinge. „Vor Aufgaben und Problemen nicht die Flucht ergreifen“, fordert Gauck in seiner Ansprache und warnt: „Es kommen auch härtere Zeiten auf uns zu.“ Doch Gauck empfindet auch „ein wenig Stolz“ darüber, wie Deutschland die Flüchtlinge empfängt. Bedachte Worte in Zeiten, in denen das Volk in Talkrunden gemahnt wird, sich „nicht an sich selbst zu besaufen“. Und Gauck will eine „lernfähige Demokratie“ in Form von vereinfachten bürokratischen Abläufen.

Selbiges hat auch Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise gefordert. Die Bundeskanzlerin ist zum Fest erschienen, sie trifft mit Gauck und einer Gruppe von Flüchtlingen zusammen, die unter anderem aus Afghanistan kommen. Später informieren sich beide Staatsoberhäupter einem Stand des Vereins „Ausbildung statt Abschiebung“ aus Bonn. Zuvor hat Merkel französische Helfer getroffen, die im März nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen im Einsatz waren.

Am heutigen Sonnabend steht das Fest allen Bürgern offen. Besucher können die Örtlichkeiten von Schloss Bellevue erkunden, im „Ort der Begegnung“ stehen Gesprächspartner zu den verschiedenen Formen des Ehrenamtes für Fragen zur Verfügung. Ebenso können die Gäste mit einem Schnelltest herausfinden, welches Ehrenamt am besten zu ihnen passt.

Das Bürgerfest findet zwischen 11 und 19 Uhr statt. Mit Wartezeiten am Eingang ist zu rechnen. Es wird darum gebeten, keine großen Gepäckstücke mitzubringen.