Berlin

Mehr Taschendiebe auf Bahnhöfen

Für Reisende sind sie ein zunehmendes Ärgernis, für die zuständigen Behörden ein ungelöstes Problem – die großen Ost-Berliner Bahnhöfe. Heerlager von Obdachlosen, Bettelei und Berge von Müll sind an der Tagesordnung. Ganz zu schweigen von einer rapide ansteigenden Kriminalität. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres vervierfachte sich die Zahl der Straftaten – verglichen mit dem ersten Halbjahr 1989 – von 295 auf 1291. An der Spitze: Eigentumsdelikte, vor allem Taschendiebstähle. Wie dramatisch die Entwicklung ist, belegt die Statistik des Monats Juni mit 434 Straftaten. Innerhalb dieser vier Wochen schlugen Taschendiebe 383 Mal zu, unter anderem 241 Mal in Bahnhofsgebäuden und 99 Mal in S-Bahnzügen – eine harte Nuss für die Ost-Berliner Transportpolizei, die für Bahnhöfe und Bahnanlagen zuständig ist. Obwohl die 635 Ordnungshüter versuchen, überall präsent zu sein, gelingt es nicht, die Kriminalität zu stoppen.