Funkausstellung

Smartphones bleiben der Renner, Fernseher laufen schlecht

Die IFA ging am Mittwoch zu Ende. Am meisten interessierten die Besucher Smartphones und VR-Brillen, Fernseher fanden weniger Anklang.

3D-Brillen für einen quasirealistischen Rundumblick, die „Virtual Reality“, finden großes Interesse beim Publikum – 3D-Fernseher dagegen eher weniger

3D-Brillen für einen quasirealistischen Rundumblick, die „Virtual Reality“, finden großes Interesse beim Publikum – 3D-Fernseher dagegen eher weniger

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Am Mittwoch ist nach sechs Tagen die Internationale Funkaussstellung (IFA) am Messegelände zu Ende gegangen. Nach Angaben des Veranstalters, des Branchenverbands gfu Consumer & Home Electronics GmbH (ehemals Gesellschaft für Unterhaltungselektronik) gab es einen neuen Rekord bei der Zahl der Aussteller: 1645 Firmen präsentierten ihre Produkte. Die Zahl der Besucher gibt der Gastgeber, die Messe Berlin, mit 245.000 an. Das liegt etwas über den Besucherzahlen der vergangenen Jahre. 2010 bis 2014 kamen jeweils 238.000 bis 240.000 Besucher in die Messehallen.

Über die absolute Zahl der Fachbesucher konnte die Messe Berlin am Mittwochnachmittag noch keine exakten Angaben machen. Nur so viel: Deren Zahl sei gegenüber den Vorjahren stark gestiegen, erstmals stammten mehr als 50 Prozent von ihnen aus dem Ausland. Bei früheren Funkausstellungen waren gut die Hälfte der Besucher Fachbesucher.

Vorbereitung der Fachbesucher für das Weihnachtsgeschäft

Den Umsatz bei den Geschäftsordern der Fachbesucher gibt der Veranstalter mit 4,35 Milliarden Euro an. Die IFA sei damit wieder die weltweit bedeutendste Messe für Industrie und Handel zu Beginn der verkaufsstärksten Zeit des Jahres, dem Weihnachtsgeschäft, gewesen.

Während am Anfang der Funkausstellung – ab 1924 – die Präsentation von Radios und Fernsehgeräten im Mittelpunkt stand, hat sich das Produktspektrum bis heute stark verändert – hin zu Hausgeräten, Smartphones und digitaler Vernetzung. Ein großes Interesse habe bei hochauflösenden Fernsehgeräten gegeben (UHD), sagte eine Sprecherin der Messe Berlin.

Messe Berlin startet 2016 vergleichbare Messe in China

Außerdem Kleincomputer und Sensoren für mobile Anwendungen („Wearables“) sowie Produkte rund um die Vernetzung, also etwa Router und Geräte beziehungsweise Software für das vernetzte Haus („Smart Home“) – und Sicherheitslösungen dafür.

Der Renner schlechthin beim Publikum sind aber nach Angaben der Messe Berlin Smartphones. Beobachter hatten den Eindruck, dass hoch auflösende und 3D-Fernseher nicht so recht das Interesse des Publikums fanden, allerdings 3D-Brillen für eine quasirealistische Rundumsicht, die „Virtual Reality“. Auch Musik-Streaming-Dienste, vernetzte Lautsprechersysteme für mehrere Räume und Bluetooth-Lautsprecher für Smartphones kamen beim Publikum gut an.

Die Messe Berlin kündigte an, dass sie eine der IFA analoge Messe in Shenzhen in China veranstalten werde. Die erste „CE China“ sei für April 2016 geplant.