Berlin

Rückstände von Medikamenten im Trinkwasser

In den vergangenen zehn Jahren ist es im Berliner Trinkwasser zwei Mal zu Überschreitungen der Richtwerte wegen Medikamentenrückständen gekommen. Das geht aus der Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Demnach wurde im vergangenen Jahr im Wasserwerk Tegel der Wert für Gabapentin einmal kurzzeitig überschritten. Im Jahresdurchschnitt lag die Belastung allerdings unter dem Richtwert.

Gabapentin gehört zu den am meisten verschriebenen Wirkstoffen in Deutschland, ist vor allem in Schmerzmitteln enthalten und wird zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. „Es trifft zu, dass der Wirkstoff Gabapentin über Klärwerksabläufe in Oberflächengewässer und über Uferfiltrat in das Berliner Trinkwasser gelangen kann“, heißt es in der Antwort weiter. Eine Gesundheitsgefährdung lag nach Angaben der Wasserbetriebe aber zu keinem Zeitpunkt vor. Bei den sogenannten „gesundheitlichen Orientierungswerten“ handelt es sich nicht um verbotene Grenzwerte. Nach Bekanntwerden der Überschreitung sei die Wasseraufbereitung in Tegel heruntergefahren und durch andere Wasserwerke ausgeglichen worden.

Ebenfalls im Wasserwerk Tegel überschreiten die Konzentrationen von Valsartansäure den Orientierungswert, der erst seit März 2015 festgelegt ist. „Da muss uns noch etwas einfallen, um den Orientierungswert wieder zu unterschreiten“, sagte der Sprecher der Wasserbetriebe, Stephan Natz.

Nach Angaben der Wasserbetriebe werden in acht von neun Berliner Wasserwerken monatlich Proben zur Überprüfung von Medikamentenrückständen entnommen. Im Wasserwerk Kaulsdorf erfolgen die Analysen halbjährlich, da kein gefiltertes Uferwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt wird.