Flughafen

Schönefeld gehört zu den sichersten Flughäfen Deutschlands

Flughafen-Check: Schönefeld gehört zu den sichersten Airports Deutschlands, Tegel landet im oberen Mittelfeld.

 Der alte Flughafen Schönefeld bekommt die Note 1,6

Der alte Flughafen Schönefeld bekommt die Note 1,6

Foto: Bernd Settnik / picture alliance / ZB

Der Flughafen Schönefeld gehört zu den vier sichersten deutschen Flughäfen. Das hat die Pilotenvereinigung Cockpit in ihrem jährlichen Flughafencheck festgestellt, indem sie die fliegerisch wichtigsten Ausstattungsmerkmale vergleicht. Auch der Flughafen Tegel schneidet im bundesweiten Vergleich gut ab.

Der Flughafen Schönefeld landet mit der Note 1,6 gemeinsam mit den großen deutschen Flughäfen in München und Frankfurt am Main sowie mit dem Flughafen Leipzig-Halle auf dem ersten Platz. Der Flughafen Tegel bekommt von der Vereinigung Cockpit, zu der neben Piloten auch Flugingenieure gehören, gemeinsam mit vier weiteren Flughäfen die Note 1,9. Damit liegt Tegel im oberen Mittelfeld: Neun deutsche Flughäfen bekommen bessere Noten, 15 schlechtere. Im Mittel bekamen die 29 getesteten Airports die Note 2,1.

Neuer Landebahn-Beleg in Tegel

Lars Wagner, Pressesprecher der Flughafengesellschaft, freut sich über das Ergebnis. Das sei eine wichtige Nachricht für die Passagiere, sagt er. Die „Ertüchtigung“ der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zahle sich aus.

2013 hatte die Berliner Flughafengesellschaft dort 20 Millionen Euro investiert, in Tegel beispielsweise Toiletten saniert, und Eingänge erneuert, aber auch die Start- und Landebahnen neu asphaltiert.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Flughafengesellschaft den neuen rutschfesten „Anti-Skid“-Belag auf Tegels südlicher Landebahn vorgestellt. Auch eine Kältemaschine, die das Terminalgebäude kühlt, wurde ersetzt. Diese jüngsten Maßnahmen sind nach Wagners Angaben in die Bewertung der Piloten noch gar nicht eingeflossen.

Für den Flughafencheck untersucht die Vereinigung Cockpit ausschließlich die fliegerische Ausstattung. Die sonstige Ausstattung oder etwa das Service-Angebot der Flughäfen für die Passagiere gehen in die Bewertung nicht ein.

Die Vereinigung Cockpit weist außerdem darauf hin, dass ihre Kriterien beim Flughafencheck teilweise über das gesetzliche Minimum hinausgehen. Jeder deutsche Flughafen werde von der zuständigen Landesluftfahrtbehörde auf die internationalen Zulassungskriterien hin überprüft und könne deshalb grundsätzlich als ausreichend sicher angenommen werden.

Anders als in den Vorjahren stellt der Flughafencheck 2015 keine Mängelliste vor, sondern benotet die Ausstattung in sicherheitsrelevanten Bereichen von 1 („sehr gut“) bis 6 („ungenügend“). Dadurch werde die Bewertung detaillierter und somit aussagekräftiger, findet Uwe Harter, Vorstand Berufspolitik der Vereinigung Cockpit. Auch wenn die Flughäfen in Deutschland grundsätzlich sicher seien, gebe es auf manchen Flughäfen in Teilbereichen ein „deutliches Verbesserungspotenzial“. Diese Punkte sollten die Flughäfen zügig angehen, fordert Harter, „denn eine fortschrittliche Industrienation wie Deutschland sollte sich bei der Flugsicherheit nicht mit Mindestanforderungen begnügen, sondern nach den besten Sicherheitsstandards streben.“

Die Anzahl der Flugbewegungen spielt im Ranking keine Rolle. Bewertet werden ausschließlich Ausstattungsmerkmale. Am meisten Gewicht bekommt mit 45 Prozent der Gesamtwertung dabei die Kriteriengruppe „Runway und Approach“. Darin geht es um die An- und Abflugbedingungen an den Start- und Landebahnen, also um Fragen wie: Lässt die Bahn die Möglichkeit zu, ein Flugzeug per Autopilot zu landen? Wie gut werden die Piloten bei schlechten Sichtverhältnissen geleitet?

Beste Auslaufzone in Schönefeld

30 Prozent der Gesamtnote macht die Flugzeugführung auf dem Weg zu Start- und Landebahnen aus. Bewertet werden die Sicherheitsmaßnahmen, die ein unbeabsichtigtes Rollen auf Start- und Landebahnen verhindern sollen. Außerdem gehen in die Gesamtnote die Maßnahmen ein, mit denen die Flughäfen ein Unter- oder Überschießen der Landebahn verhindern, die sogenannten Auslaufzonen. Auch die Bedingungen auf dem Weg zum Halteplatz und die „Einpark“-Regelungen am Gate oder auf dem Vorfeld spielen eine Rolle.

Am schlechtesten schneiden die Flughäfen in Mannheim (Note 3,6), Heringsdorf und Memmingen (beide 2,9) sowie Lübeck (2,7) ab. Mannheim und Lübeck haben keine Auslaufzone an Start- und Landebahn und bekommen bei diesem Kriterium deshalb schlechte Noten. Dies seien sicherheitsrelevante Mängel, insgesamt seien aber beide Airports noch mit „Befriedigend“ zu bewerten, teilte die Vereinigung Cockpit mit. Schönefeld erhält bei diesem Punkt als einziger bewerteter deutscher Flughafen die Note 1,0. Grund sei die hindernisfreie Auslaufzone von mehr als 400 Metern, sagt Flughafensprecher Wagner. Behördlich gefordert seien 110 bis 160 Meter.