TXL

19 Millionen Euro für Investitionen am Flughafen Tegel

Um die Betrieb des alten Flughafens Tegel bis zur Eröffnung des BER zu gewährleisten, sind kostspielige Instandhaltungsarbeiten nötig.

Gar nicht so einfach, den neuen Bodenbelag auf der südlichen Landebahn des Flughafens Tegel im Bild festzuhalten

Gar nicht so einfach, den neuen Bodenbelag auf der südlichen Landebahn des Flughafens Tegel im Bild festzuhalten

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Ein paar Stromausfälle hat es schon gegeben auf dem Flughafen Tegel. Der Betrieb auf Berlins Tor zur Welt ist besonders dicht, eigentlich sollte TXL ja schon 2007 vom Netz gegangen sein. Jetzt muss die längst um viele Blech-Bauten ergänzte 70er-Jahre-Konstruktion weiter das Wachstum des Berlin-Flugverkehrs bewältigen, mindestens noch bis Ende 2017, wenn der neue Flughafen BER in Schönefeld mit jahrelanger Verzögerung an den Start gehen soll.

Lange hatte die Flughafengesellschaft auf Investitionen in Tegel verzichtet. Es sollte ja bald Schluss sein. Aber jetzt müssen doch noch einmal 19 Millionen Euro in den alten Airport fließen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Die Betriebssicherheit ist nicht verhandelbar, da beuge ich mich keinem kommerziellen Diktat“, sagte Elmar Kleinert, Geschäftsleiter Operations am Donnerstag, als die Flughafengesellschaft ihre jüngsten Investitionen präsentierte. Er garantiere, dass die Sicherheit auch am letzten Tag in TXL genauso hoch sein werde wie heute oder vor vier Jahren.

Südliche Landebahn hat neuen Belag bekommen

Allein drei Millionen Euro hat es gekostet, die marode südliche Landebahn mit einem extrem rutschfesten Anti-Skid-Belag zu überziehen. 26 Nächte haben die Bauarbeiter in den Flugpausen gearbeitet und 100.000 Quadratmeter neu versiegelt. Die Oberfläche ist derart rau, dass die Airlines schon die schnellere Abnutzung ihrer Flugzeugreifen beklagen. Eine Vollbremsung mit dem Fahrrad würde zu einem sofortigen Platten führen.

Allerdings löst sich jetzt kein Steinchen mehr von der Piste. Und lose Partikel sind ein Sicherheitsrisiko, vor allem bei der Landung. „Vorher hatten wir hier 350 Flickstellen“, sagte Flughafentechniker Hergo Eggert. Der neue Belag halte mindestens vier Jahre. „Ich sage mal,das ist genug für die geplante Laufzeit des Flughafens hier“, so Eggert. Er kennt die Zweifel am Terminplan auf der BER-Baustelle.

Betrieb ist so eng, dass keine Anlage ausfallen darf

In der Technikzentrale an der Südseite des Rollfeldes arbeiten noch Anlagen aus den 70er-Jahren. Eine Kältemaschine wurde jetzt für eine halbe Million Euro ersetzt, sie kühlt das Terminalgebäude. „Hätten wir die nicht gehabt, hätten wir in diesem Sommer wohl dichtmachen müssen“, sagte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD), der für die Oberste Luftfahrtbehörde zuständig ist. Die Investitionen lohnten sich also. Nicht nur wegen der Sicherheit. Der Betrieb sei inzwischen derartig eng, dass etwaige Ausfälle von Anlagen nur ganz schwer wieder aufzuholen seien.

Auch die Sprinkleranlage wurde erneuert. In der Technikzentrale lagern in einem neuen Tank 23.000 Liter Wasser und warten darauf, im Brandfall in die überall im Terminal verteilten Düsen gepumpt zu werden. In den kommenden Wochen sollen auch noch die Abwasserentsorgung und der so genannte Bündelfunk erneuert werden.

Alle hoffen, dass Tegel durchhält. Der Airport bewältige doppelt so viele Passagiere wie Düsseldorf mit einer halb so großen Infrastruktur, sagen sie in Tegel. Und sind trotz aller Not und Improvisation auch ein bisschen stolz darauf.